Stadtrat bestimmt neue Vorschrift

San Francisco verbannt Nackte aus Öffentlichkeit

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Hippies in San Francisco in Kalifornien, 1967. In Amerikas liberaler Hochburg könnte es bald zugeköpfter zugehen. Ausgerechnet in San Francisco, wo die Hippies den „Summer of Love“ feierten und die Schwulenbewegung in Gang kam, könnte ein Nacktheitsverbot Gesetz werden.

San Francisco - San Francisco will keine Nackten mehr in der Öffentlichkeit. Dafür stimmte der Stadtrat. Die Vorschrift soll ab Februar 2013 gelten.

In der gewöhnlich liberalen US-Westküstenstadt San Francisco hat sich der Stadtrat für ein Nacktheitsverbot ausgesprochen. Mit knapper Mehrheit stimmten die Stadtverordneten einem Entwurf zu, wonach entblößte Genitalien auf Straßen, Plätzen und in öffentlichenVerkehrsmitteln tabu sind. Ausgenommen sind besondere Anlässe und Straßenfeiern, wie die jährliche Schwulenparade. Die Vorschrift soll im Februar 2013 in Kraft treten. Sie muss zuvor eine zweite Abstimmung durchlaufen und vom Bürgermeister unterzeichnet werden.

Der schwule Stadtverordnete Scott Wiener, der das Schwulenviertel Castro vertritt, hatte den Vorschlag im Oktober eingebracht. Die Zahl von Nudisten sei in den letzten Jahren in seinem Bezirk deutlich gewachsen, argumentierte der Politiker. Vor allem Anwohner und Geschäftsleute hätten sich über die öffentliche Nacktheit beschwert. Eine Handvoll Nudisten hatte in der vorigen Woche bereits Klage eingereicht. Mit einem Nacktheitsverbot würde die Stadt das Recht auf freie Meinungsäußerung verletzten, sagte die Anwältin der Nudisten.

dpa

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