Johannes Paul II. und Johannes XXIII.

Franziskus spricht zwei Päpste heilig

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Foto: Papst Franziskus nahm die beiden ehemaligen Kirchenoberhäupter Johannes PaulII. (1920-2005) und Johannes XXIII. (1881-1963) am Sonntag in die Liste der Heiligen auf.

Rom - Die katholische Kirche verehrt die Päpste Johannes Paul II. (1920-2005) und Johannes XXIII. (1881-1963) künftig als Heilige. Papst Franziskus nahm die beiden ehemaligen Kirchenoberhäupter am Sonntag in die Liste der Heiligen auf.

Papst Franziskus hat in einer feierlichen Zeremonie mit Johannes Paul II. und Johannes XXIII. zwei seiner Vorgänger heiliggesprochen. Franziskus verlas am Sonntag vor der Menschenmenge auf dem Petersplatz feierlich die Formel, mit der die beiden Päpste in das Verzeichnis der Heiligen der katholischen Kirche aufgenommen wurden. Damit können beide weltweit als Heilige verehrt werden.

Auf dem Petersplatz brachen Jubel und Beifall aus. Erstmals in der Kirchengeschichte wurden zwei Päpste gleichzeitig heiliggesprochen. Auch der emeritierte Papst Benedikt XVI. zelebrierte die Messe mit, jedoch nicht am Altar, sondern bei den Kardinälen. Als er erschien, brach langer Applaus auf dem Petersplatz aus. Franziskus begrüßte vor der Messe seinen 2013 zurückgetretenen Vorgänger herzlich. "Sie waren zwei mutige Männer, erfüllt vom Freimut des Heiligen Geistes, und haben der Kirche und der Welt Zeugnis gegeben von der Güte Gottes und von seiner Barmherzigkeit", würdigte Franziskus die beiden neuen Heiligen. "Sie waren Priester, Bischöfe und Päpste des 20. Jahrhunderts. Dessen Tragödien haben sie erfahren, sind davon aber nicht überwältigt worden", fügte er an. Gott und Glaube seien stärker gewesen, sie hätten daran gearbeitet, die Kirche zu "aktualisieren".

Gerade Heilige brächten die Kirche voran. Zu dem katholischen Großereignis waren Hunderttausende nach Rom gekommen, vor allem Polen, die ihren Karol Wojtyla feierten. Franziskus feierte den polnischen Vorgänger und den italienischen Reformpapst gemeinsam mit etwa 150 Kardinälen, rund 1000 Bischöfen aus aller Welt sowie 6000 Priestern.

In Polen und in Rom hatten sich in der Nacht zum Sonntag tausende Gläubige in Kirchen oder auf öffentlichen Plätzen auf die Heiligsprechungen vorbereitet. Mehr als 90 Delegationen von Regierungen und internationalen Organisationen waren für den feierlichen Akt nach Rom gekommen, darunter allein 24 Staatsoberhäupter. Regierungschefs sowie Vertreter von Königshäusern und von anderen Religionen waren ebenfalls präsent.

dpa

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