Begleitetes Fahren

Führerschein mit 17 ist ein Erfolgsmodell

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Foto: Der Führerschein mit 17 ist bei Fahranfängern außerst beliebt.

Hannover - Der Führerschein mit 17 wird immer beliebter. Darauf weist der TÜV Nord hin. Nach einer Statistik, die der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung vorliegt, nutzt fast jeder zweite Fahranfänger in Niedersachsen das Modell des begleiteten Fahrens.

Danach können schon 17-Jährige den Führerschein machen, müssen sich dann aber bis zum 18. Geburtstag von einer erwachsenen Person im Auto begleiten lassen. Die Begleiter müssen mindestens 30 Jahre alt sein und seit fünf Jahren eine Fahrlizenz haben. Im vergangenen Jahr haben mittlerweile 48,4 Prozent der Fahranfänger von der Möglichkeit des begleiteten Fahrens Gebrauch gemacht, in Nordrhein-Westfalen waren es 45,8, in Schleswig-Holstein 42,6 und im Stadtstaat Bremen nur 24,1 Prozent.

„Junge Autofahrer sind nach wie vor besonders häufig in Unfälle verwickelt. Die wichtigsten Gründe dafür sind überhöhte Geschwindigkeit und Alkohol. Durch das begleitete Fahren werden Verantwortungsgefühl und Rücksichtnahme im Verkehr gestärkt“, sagt TÜV-Vorstandsmitglied Klaus Kleinherbers. Deswegen habe sich der TÜV seinerzeit dafür eingesetzt, dass aus dem niedersächsischen Modellversuch eine bundesweites Recht wurde. Das anfangs umstrittene Projekt war 2004 vom damaligen Verkehrsminister Walter Hirche (FDP) angeschoben worden.

TÜV-Referent Jörg Biedinger verweist darauf, dass die begleitete Fahranfänger schon bei den Prüfungen um zehn Prozent bessere Resultate erzielten. Ziel sei es nicht, die Ausbildung auf Laien zu übertragen, sondern Fahrpraxis ohne bürokratische Hürden zu ermöglichen. Am Steuer kämen sich zudem viele Eltern und Kinder auch menschlich näher.

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