Im Land des Lächelns

Fürst Albert II. und Charlène besuchen Berlin

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Foto: Fürst Albert II. und seine Ehefrau Charlène zu Besuch bei Bundespräsident Gauck und seiner Partnerin Daniela Schadt.

Berlin - Die Idee war von Joachim Gaucks Vorgänger: Christian Wulff und seine Frau Bettina hatten Fürst Albert II. von Monaco und dessen Ehefrau Fürstin Charlène nach Berlin eingeladen. Aus dem Bundespräsidialamt hieß es am Montag, dass die Einladung bereits während der Hochzeitfeierlichkeiten von Charlène und Albert vor einem Jahr ausgesprochen wurde.

Die Vorbereitungen für den Besuch des monegassischen Fürstenpaares hatten bereits vor Monaten begonnen. Dass mittlerweile der Gastgeber nicht mehr Wulff, sondern Gauck heißt, konnte damals noch keiner ahnen.

Doch egal ob Wulff oder Gauck – das Programm für den ersten Deutschlandbesuch der Monegassen war am Montag natürlich entsprechend fürstlich gestaltet worden: Am Vormittag empfing Gauck mit seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt die Gäste im Schloss Bellevue. Staatskarossen fuhren vor, die monegassische Flagge wehte im Garten. Fürstin Charlène stieg in einem figurbetonten, türkisfarbenen Hosenanzug aus der Limousine. Die Haare trägt sie seit neustem wieder sportlich kurz.

Nach dem Eintrag in Gästebuch schritten die beiden Staatsmänner die Ehrenformation des Wachbataillons ab. Die Damen flanierten ungezwungen durch den Garten. Anschließend zogen sich Gauck und Albert ins Bellevue zu Gesprächen zurück. Die Inhalte wurden allerdings vertraulich behandelt – „das bleibt bilateral“, lautete die Erklärung. Offizieller Grund für den Besuch des Jetset-Paares in Deutschland sei das Vertiefen der ohnehin schon engen Beziehungen zwischen Deutschland und Monaco, hatte das Fürstenhaus des gerade mal zwei Quadratkilometer großen Stadtstaates im Vorfeld mitgeteilt.

Nach dem Empfang und einem kurzen Treffen mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble ging es auf große Fahrt. Und zwar ganz berlinerisch im Ausflugsdampfer „Sanssouci“ zur Spreetour. Außenminister Guido Westerwelle hatte eingeladen. Ein passender Ort für das Mittagessen: Wasser ist schließlich das Element der ehemaligen Olympia-Schwimmerin Charlène.

Außer Westerwelle und dessen Lebenspartner, dem Sportmanager Michael Mronz, nahmen auch Charlènes Freundin aus alten Sportlerzeiten, Franziska van Almsick, Modemacher Wolfgang Joop, Verleger Florian Langenscheidt sowie der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, Thomas Bach, an der Fahrt teil. Fürst Albert – früher selbst mit seinem Zweierbob bei Olympia aktiv – ist seit Jahren Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees. Mit Bach an Bord hatte er genau den richtigen Gesprächspartner für die einstündige Fahrt dabei. Bei bestem Ausflugswetter ging es Richtung Museumsinsel. Dort machte das Fahrgastschiff kehrt und schipperte zurück zum Anleger am Haus der Kulturen der Welt.

Während der Fahrt als auch danach wurde viel gelächelt – für die vielen Schaulustigen und die Boulevardpresse, die die junge Fürstin auf Schritt und Tritt beobachten. Beim Spaziergang mit Berlins Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit durch das Brandenburger Tor erwiderte Charlène die „We love you“-Rufe mit einem freundlichen „Thank you“. Gerüchte über eine angebliche Schwangerschaft lächelte sie ebenso gekonnt weg, wie die vielen Schlagzeilen über die angeblichen Affären ihres Mannes kurz vor ihrer Hochzeit vor einem Jahr.

Für den Abend war noch ein festliches Galadinner geplant. Dresscode: Abendgarderobe. Dies gilt als ungewöhnlich. Schließlich ist der Besuch des Fürstenpaares laut Protokoll nur ein offizieller und nicht mal ein Staatsbesuch.

Nora Lysk

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