40.000 Dollar in der Couch

Mal ganz ehrlich

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Hannover - Hand aufs Herz: Wer hat nicht schon einmal davon geträumt, einen großen Batzen Geld zu finden? Und wohl jeder hat sich schon Gedanken darüber gemacht, was er wohl tun würde: Das Geld behalten – oder es dem Besitzer wieder zurückgeben?

Dieser Konflikt ist also ein echter Klassiker. Und er ist jetzt durch eine Geschichte bereichert worden, die fast zu schön ist, um wahr zu sein. Drei Studenten aus New Paltz im US-Bundesstaat New York suchten ein günstiges Sofa für ihre Wohngemeinschaft. Für eine Handvoll Dollar wurden sie bei der Heilsarmee fündig, griffen zu, machten es sich gleich abends gemütlich und merkten schnell: Sie hatten den Wert ihres neuen Sofas unterschätzt.

Zwanzig Minuten nachdem die Studenten Platz genommen hatten, waren sie 40 000 Dollar reicher. Das Geld steckte, sorgfältig auf mehrere Umschläge verteilt, in den Ritzen und Kissenbezügen ihres Secondhand-Schnäppchens. Der erste Umschlag war mit 700 Dollar gefüllt, es folgten weitere. Aus dem Staunen der Studenten wurde Hysterie. Autokauf oder auf Reise gehen? Die Ernüchterung kam, als sie den Namen einer Frau auf einem der Umschläge entdeckten. Das Gewissen kam ins Spiel. Sie hätten die ganze Nacht diskutiert, erzählen die jungen Leute. Im Telefonbuch fanden sie den Namen der rechtmäßigen Besitzerin des Geldes – eine 91-jährige Frau.

Die Studenten brachten der alten Dame schließlich das Geld. Die Frau hatte, so erzählt sie es den Studenten, jahrelang gespart und auch die Rente ihres verstorbenen Mannes ins Sofa gestopft. Dann kam ihre Tochter und entsorgte das alte Sofa bei der Heilsarmee. Sehr zum Glück der drei Studenten. Sie hätten sich durch die Geschichte„neu kennengelernt“, sagen sie. Und wurden am Ende dennoch belohnt: mit 1000 Dollar. Immerhin.

Felix Klabe

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