Elfter Jahrestag

USA gedenken der Opfer von 9/11

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Foto: Am Dienstag gedenken die Amerikaner dem elften Jahrestag des Terroranschlags auf das World Trade Center.

New York - Amerika legt eine Wahlkampfpause ein. Der Dienstag gilt dem Gedenken der Opfer vom 11. September 2001. Erstmals sollen auch Menschen entschädigt werden, die nach den Anschlägen an Krebs erkrankten.

Amerika gedenkt an diesem Dienstag der Opfer der Terroranschläge vom 11. September 2001. Am elften Jahrestag der Attacken soll auch der Präsidentschaftswahlkampf weitgehend ruhen. Insgesamt waren bei den Anschlägen etwa 3000 Menschen ums Leben gekommen.

Die Hauptgedenkfeier findet in New York statt. Hier versammeln sich die Menschen erstmals im Schatten des fast fertiggestellten neuen World Trade Center zur Verlesung der Opfer-Namen - nur unterbrochen durch Schweigeminuten zu den Zeiten, als die von islamischen Terroristen entführten Flugzeuge die beiden Türme trafen und diese einstürzten.

US-Präsident Barack Obama bleibt in Washington und nimmt an einer Zeremonie am Pentagon teil, in das Terroristen vor elf Jahren ebenfalls ein Flugzeug gesteuert hatten. Auch in Shanksville (Pennsylvania) gilt der 11. September dem Gedenken. Über diesem Gebiet hatten Passagiere und Crewmitglieder eine dritte entführte Maschine zum Absturz gebracht und damit vermutlich ein noch größeres Blutvergießen verhindert.

US-Verteidigungsminister Leon Panetta würdigte sie bereits am Montagabend (Ortszeit) bei einem Besuch in Shanksville als Helden. Ihre Selbstlosigkeit und ihr außergewöhnlicher Mut inspiriere bis heute die Nation, sagte der Pentagonchef.

Zum elften Jahrestag hat die US-Regierung verfügt, dass Helfer und New Yorker Einwohner mit bestimmten Krebsarten als Opfer der Terrorattacken entschädigt werden. Die Regelung gilt für alle Betroffenen, deren Krebserkrankung auf die Anschläge auf das World Trade Center zurückgeführt werden kann, wie das US-Justizministerium am Montag mitteilte.

Das Geld kommt aus einem Fonds, der im vergangenen Jahr eigens für Opfer mit verschiedenen Gesundheitsproblemen eingerichtet worden ist. Krebsleidende wurden bisher nicht eingeschlossen, weil es schwierig war, eine Verbindung zwischen ihrer Erkrankung und den Anschlägen nachzuweisen. Wer während der Anschläge oder während der Aufräumarbeiten giftigen Stoffen auf Ground Zero ausgesetzt war und dann an bestimmten Krebsarten erkrankt ist, kann aber von jetzt an Entschädigungsleitungen beantragen.

Bloomberg dankt Deutschen für Solidarität

New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg hat den Deutschen für ihre Solidarität nach den Anschlägen vom 11. September 2001 gedankt. „Eines der Ergebnisse dieses Tages war die unbeschreibliche Solidarität aus der ganzen Welt. Gerade auch aus Deutschland haben wir unendlich viel Unterstützung erfahren, wofür die New Yorker noch heute dankbar sind“, sagte Bloomberg. „Es gab auch aus anderen Ländern der Welt Solidarität und natürlich aus Amerika selbst. Überall waren Menschen, die uns New Yorkern geholfen haben.“

Vor elf Jahren hatten islamistische Terroristen zwei entführte Flugzeuge in die beiden Türme des World Trade Centers gesteuert und die beiden höchsten Gebäude New Yorks zum Einsturz gebracht. Ein weiteres Flugzeug wurde ins Verteidigungsministerium in Washington geflogen, ein viertes stürzte nach einem Kampf mit Passagieren ab. Bei den Anschlägen starben fast 3000 Menschen, darunter auch mehrere Dutzend Deutsche.

„Dieser Tag bietet uns die Möglichkeit, sich an etwas zu erinnern: Es gibt Menschen, die unsere Freiheit hassen“, sagte Bloomberg. „Es ist die Freiheit, die die Menschen in Deutschland genauso lieben wie die Menschen hier in Amerika. Zum Beispiel die Freiheit, seine Religion frei wählen zu können. Oder die Freiheit, sein eigenes Schicksal anzunehmen und selbst zu gestalten. Diese Leute wollten uns das wegnehmen. Aber sie haben es nicht geschafft.“

dpa/mhu

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