Mehr als drei Millionen Euro

Gedenkstätte Marienborn wird saniert

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Foto: Inzwischen recht spröde: Der ehemals größte deutsch-deutsche Grenzübergang in Marienborn wird saniert.

Magdeburg - Der ehemals größte deutsch-deutsche Grenzübergang Marienborn an der A2 ist heute eine Gedenkstätte. Die Bauten sind in die Jahre gekommen – jetzt rücken Bauarbeiter an.

Sanierungsarbeiten in Millionenhöhe sollen dafür sorgen, dass der ehemals größte deutsch-deutsche Grenzübergang in Marienborn weiterhin ein authentisches Bild vermittelt. Mehr als drei Millionen Euro stünden zur Verfügung, sagte der Direktor der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt, Kai Langer, der Nachrichtenagentur dpa in Magdeburg. „Das Großdach prägt das Bild von Marienborn in besonderer Weise.“ Es sei inzwischen recht spröde. „Wir sind froh, dass die letzten Stürme es nicht weggefegt haben.“ Unter dem gelb durchschimmernden Wellplastikdach wurden Pässe kontrolliert und Autos und Lastwagen abgefertigt. Land und Bund geben 2,3 Millionen Euro für die Erneuerung der Dachkonstruktion.

Schon in Arbeit sei die Sanierung des Kommandoturms. „Das war das Nervenzentrum des Grenzübergangs. Von hier aus wurden Schranken geschlossen und Ampeln auf Rot geschaltet, wenn es Grenzalarm gab“, sagte Langer. In diesem Jahr soll der Turm wiederhergestellt sein. Auch die Versorgungstunnel etwa mit Elektroleitungen unter den Grenzanlagen müssten saniert werden; sie seien feucht, sagte Langer. Für den Tunnel seien 568.000 Euro vorgesehen, für den Kommandoturm 325.000 Euro.In die Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn kamen nach Langers Angaben im vergangenen Jahr etwa 160.000 Besucher. Sie ist mit Abstand die besucherstärkste der sechs Gedenkstätten in der Stiftung. Insgesamt kamen 2013 nach vorläufigen Zahlen 205.000 Besucher. An den anderen fünf Orten wird an die Opfer der NS-Herrschaft und der darauf folgenden kommunistischen Dikatur erinnert; etwa im einstigen KZ Lichtenburg Prettin, in der Gedenkstätte für Euthanasie-Opfer in Bernburg und im einstigen Gefängnis „Roter Ochse“ in Halle.

Marienborn spielt nach Langers Worten in Westdeutschland eine größere Rolle als in Ostdeutschland. DDR-Bürger hätten in der Regel nicht die Möglichkeit gehabt, die Grenzkontrolle zu erreichen. Westbürger, die in die DDR oder nach West-Berlin unterwegs waren, passierten Marienborn. Allein zwischen 1985 und 1989 wurden dort laut Stiftung 34,6 Millionen Reisende abgefertigt. Zum 1. Juli 1990 waren die Kontrollen an der größten Grenzübergangsstelle an der ehemaligen innerdeutschen Grenze eingestellt worden.

Das Jubiläum 25 Jahre friedliche Revolution spielt laut Langer für die Gedenkstätten-Stiftung eine große Rolle. Die Stiftung werde eine neu gestaltete Wanderausstellung aus Marienborn zeigen, die multimedial die Geschichte der friedlichen Revolution aus der Perspektive von DDR-Oppositionellen schildert; unter ihnen der heutige Bundespräsident Joachim Gauck. Sie schildern ihre Sicht auf die Vorwendezeit bis zur ersten freien Wahl.

lni

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