Waldbrände in Niedersachsen

Gefahrstufe 5 in Celle

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Foto: Die Waldbrandgefahr in Niedersachsen ist derzeit sehr hoch.

Hannover - Temperaturen über 30 Grad: Die Sommerhitze erhöht die Waldbrandgefahr. In einigen Gebieten Niedersachsens ist die höchste Gefahrenstufe 5 erreicht.

Ein lila Punkt bedeutet auf dem Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes, dass Spaziergänger, Forstleute und Waldbesitzer besonders wachsam sein müssen: Stufe 5 ist erreicht, die Gefahr von Waldbränden „sehr hoch“. In Celle, Lüchow, Soltau, Uelzen, Faßberg und Nienburg ist heute dieser Gefährdungsgrad erreicht. Das andauernd heiße und trockene Wetter der letzten Wochen hat die Waldbrandgefahr auf die Spitze getrieben.

„Der Bereich der Lüneburger Heide ist am gefährdedsten“, sagt Dirk Strauch von den Niedersächsischen Landesforsten. „Wir Förster halten ohnehin die Augen offen, aber bei der möglichst frühzeitigen Bekämpfung von Waldbränden hilft uns ein hochmodernes Früherkennungssystem.“ So sorgten insgesamt 20 Kameras an 17 Standorten für die flächendeckende Überwachung eines riesigen Gebiets von einer Million Hektar, erläutert Tanja Rißland aus dem niedersächsischen Innenministerium. Die hochauflösenden Kameras registrierten sofort, wenn es irgendwo brenne, und lieferten ihre Daten an die Waldbrandzentrale in Lüneburg, die die Löschkräfte in Bewegung setze.

Neben den genannten Ortschaften sind die Landkreise Lüneburg, Celle, Uelzen, Nienburg, Rotenburg und der Heidekreis besonders gefährdet. Hier gelten die Warnstufen 4 (roter Punkt, hohe Gefahr) bis 5, die der Wetterdienst aus mehreren Faktoren ermittelt. Zu ihnen zählen etwa die Luftfeuchtigkeit, die Windgeschwindigkeit, die Niederschlagssumme wie auch der Zustand und Bewuchs des Waldbodens, wie Förster Strauch berichtet.

Über Gebiete, die nicht mit der Kamera überwacht werden, kann im Rahmen der Waldbrandvorsorge auch ein kleines Flugzeug geschickt werden. Doch werde das Flugzeug eher über weniger gefährdeten Gebieten im westniedersächsischen Tiefland eingesetzt, erläutert das Innenministerium - allerdings nur, sofern dort eine sehr hohe Waldbrandgefahr bestehe. „Insgesamt ist die aktuelle Waldbrandgefahr aber noch nicht so dramatisch, da Gräser und Kräuter in den Kiefernbeständen noch saftig grün aussehen“, heißt es im Innenministerium.

Auch die Tatsache, dass in Niedersachsen statt der früher üblichen Nadelbaummonokulturen zunehmend Mischwälder angelegt worden seien, mildere etwas das Waldbrandrisiko, meint Förster Strauch.

Er rät dennoch zu allerhöchster Wachsamkeit, vor allem für die, die angesichts der nahezu tropischen Temperaturen in Niedersachsens kühle Wälder flüchten. „Hier herrscht ein absolutes Rauchverbot - und zwar generell und bis zum 31. Oktober.“ Offenes Feuer und Grillen seien „natürlich“ im Wald verboten. „Autos mit heiß gelaufenen Motoren und Katalysatoren sollte man auch nicht über Grün parken und Kippen nicht achtlos wegwerfen.“ Förster Strauch rät auch, zu jedem Waldspaziergang ein Mobiltelefon mitzunehmen - um im Extremfall Alarm zu schlagen und die 112 zu wählen.

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