Sex-Video

Geldstrafe für Erpressung von Ottfried Fischer gefordert

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Ottfried Fischer vor Gericht.

München - Im Prozess um ein Sex-Video des Kabarettisten Ottfried Fischer (59) hat die Staatsanwaltschaft eine Geldstrafe von 42 000 Euro für einen angeklagten Journalisten gefordert - 280 Tagessätze von 150 Euro.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Journalisten der „Bild“-Zeitung vor, den an Parkinson erkrankten Kabarettisten und Schauspieler („Der Bulle von Tölz“) mit einem Video, das ihn beim Sex mit zwei Prostituierten zeigen soll, zu einem Exklusiv-Interview erpresst zu haben.

Der Journalist ist wegen Nötigung und Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch unbefugte Bildaufnahmen angeklagt. Er war in erster Instanz zu einer deutlich geringeren Geldstrafe von 14 400 Euro verurteilt, in zweiter Instanz aber freigesprochen worden. Er bestreitet jeglichen Erpressungsversuch.

Sein Verteidiger Ulrich Ziegert forderte vor dem Landgericht München Freispruch und kritisierte auch, dass in der öffentlichen Wahrnehmung nicht der Journalist, sondern sein Medium auf der Anklagebank gesessen habe. Man habe auf den Mann eingeschlagen, „um die „Bild“-Zeitung zu treffen“.

Fischer sei eine öffentliche Persönlichkeit und habe sich stets als moralisch beschrieben. Daher habe der Journalist das Recht gehabt, zu recherchieren, ob er Opfer einer Straftat gewesen ist, oder möglicherweise „Prostituierte um ihr Geld geprellt“ haben könnte. Der Journalist habe stets betont, das Video sei für die Zeitung nicht verwendbar. Er sei „zu heiß“.

Vielmehr habe Fischers damalige Presse-Agentin das Exklusiv-Interview in eine positive Pressekampagne einbauen wollen. Im Übrigen habe Fischer das Interview genutzt, um seine Sicht der Dinge darzustellen und auch sein Kabarett-Programm zu bewerben. Zudem könne sich nicht nur die als „werthaltig“ geltende Presse auf die im Grundgesetz festgeschriebene Pressefreiheit beziehen. „Auch der Boulevard ist geschützt.“

dpa

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