Hoteliers fürchten um Geschäft

George Clooney sorgt für Frust im Harz

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Foto: Vom Harz hat George Clooney inzwischen mehr gesehen als die meisten Niedersachsen.

Altenau - Der Hype um die Dreharbeiten von Hollywoodstar George Clooney im Harz treibt seltsame Blüten. Die Hoteliers und Gastronomen in Altenau fürchten ausgerechnet zu Pfingsten um ihr Geschäft.

Schon mal was von Lautenthal gehört? Nein? Die ehemals freie Bergstadt und der heutige Stadtteil von Langelsheim im Harz war bislang wohl eher ein Geheimtipp. Vielleicht waren die Lautenthaler ja gerade deshalb so begeistert, prominenten Besuch zu bekommen. US-Filmstar George Clooney drehte dort vor ein paar Tagen einige Szenen für ein Heldenepos aus dem Zweiten Weltkrieg. Die Lautenthaler freute es so sehr, dass sie die gelben Ortsschilder spontan mit „Clooneythal“ überklebten.

Die Altenauer hingegen sind bei Besuchern schon etwas verwöhnt. Tagestouristen gesetzteren Alters drängen sich dort an Feiertagen und an Wochenenden. Kaffeegedecke werden gereicht, Biere gezapft; die Masse macht’s.

Ausgerechnet zu Pfingsten drohte in Altenau für weitere Drehtage der Clooney-Belagerungszustand. Die Kreisstraße 38 von Clausthal nach Altenau sollte von 6 Uhr bis Mittwoch um Mitternacht gesperrt werden. Die andere Zufahrt, die B 498, ist bereits seit Monaten wegen Brückenbauarbeiten unpassierbar.

Die Gastronomie mault, die Filmcrew ist flexibel

Altenau, eine Filmfestung? Die örtliche Gastronomie maulte; von derben Umsatzeinbußen ohne Pfingsttourismus war die Rede. Wie gut, dass Clooneys Filmcrew von den Studios Potsdam-Babelsberg flexibel ist. Kurzerhand wurde die Straßensperrung auf Pfingstsonntag, 18 Uhr, verschoben, damit das Geschäft mit Windbeuteln und anderem Gebäck nicht leidet. „Noch lieber wäre mir aber gewesen, zu Pfingsten würde gar nicht gedreht. Aber so ist die Situation schon besser“, sagte Thomas Pfeifer, Bezirksvorsitzender der ­Dehoga Braunschweig-Harz im Radiosender NDR 1 Niedersachsen.

Versprechungen des Landkreises, die Gastronomie würde von einem Clooney-Tourismus profitieren, wollten die Altenauer Wirte nicht trauen. Da verließ man sich nach NDR-Informationen lieber auf Bares: Offenbar hatte das Filmstudio Babelsberg damit begonnen, mit einzelnen Gastronomen über Ausgleichszahlungen für die Drehtage zu verhandeln.

Clooney selbst dürfte von diesen Widrigkeiten nichts mitbekommen haben. Er führt Regie und spielt auch die Hauptrolle in dem Thriller „The Monuments Men“, in dem US-Experten 1945 Kunstschätze in Sicherheit bringen, bevor Hitler sie zerstören kann.

Es gab Drehtage in Goslar, in Osterwiek, im Bergwerk Rammelsberg und anderen Harz-Orten. Quartier hatte der Filmstar in einem Fünf-Sterne-Hotel in Ilsenburg genommen. Mit den anderen Darstellern Matt Damon und Bill Murray besuchte er eine Walpurgisfeier in Thale.

Vom Harz, so viel ist klar, hat Clooney inzwischen mehr gesehen als die meisten Niedersachsen.

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