Mord auf offener Straße

Getöteter Soldat aus London war in Celle stationiert

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Lee Rigby, der am Donnerstag in London getötet wurde, soll auch in Deutschland stationiert gewesen sein.

London - Im Zusammenhang mit dem mutmaßlichen Terrorangriff auf einen britischen Soldaten in London hat die Polizei am Donnerstagabend zwei weitere Verdächtige festgenommen. Das Opfer soll in Afghanistan gewesen sein – und auch in Deutschland.

Ein Mann und eine Frau, beide 29 Jahre alt, seien unter dem Verdacht der Beihilfe zum Mord verhaftet worden, teilte die Polizei mit. Sie würden von der Polizei in London verhört. Kurz nach dem brutalen Angriff auf den 25 Jahre alten Soldaten am Mittwoch waren zwei Männer am Tatort von der Polizei angeschossen und unter Mordverdacht festgenommen worden. Sie hatten blutverschmierte Hände und die mutmaßlichen Tatwaffen in der Hand. Sie sollen 22 und 28 Jahre alt sein und waren am Donnerstag zunächst weiter im Krankenhaus.

Während die Polizei nach dem brutalen Attentat auf Hochtouren ermittelt, demonstrierten die Menschen in London am Donnerstag Zusammenhalt. „Terrorismus kann am besten besiegt werden, wenn wir einfach mit unserem normalen Leben weitermachen“, sagte Premierminister David Cameron, der von einer „widerwärtigen“ Tat sprach. Am Tatort im Stadtteil Woolwich im Südosten Londons legten Menschen Blumen und Zettel mit Beileidsbekundungen nieder.

Bei dem mutmaßlichen Terrorangriff am Tag zuvor war ein 25-jähriger Soldat unter anderem mit einem Fleischerbeil zu Tode gehackt worden. Lee Rigby gehörte nach offiziellen Angaben von Donnerstag dem „Royal Regiment of Fusiliers“, einem Infanterie-Regiment der britischen Armee an, wo er im Musikkorps die Trommel schlug. Er war Vater eines zweijährigen Sohnes und nach Angaben des britischen Verteidigungsministeriums 2009 in Afghanistan und danach auch in Deutschland (Celle) stationiert.

Die beiden mutmaßlichen Täter riefen bei dem Mord islamistische Parolen. Sie wurden von der Polizei angeschossen und sollten möglichst bald im Krankenhaus verhört werden. Die Polizei durchsuchte im Zusammenhang mit der Attacke Wohnungen in der Grafschaft Lincolnshire sowie in Greenwich, im Südosten Londons.Bei den Männern soll es sich um britische Staatsbürger mit Verbindungen nach Nigeria handeln. Sie waren der Polizei bekannt. Der Sender BBC berichtete unter Verweis auf nicht näher genannte Quellen, sie seien in den vergangenen Jahren mehrfach ins Visier von Ermittlern geraten, hätten aber nicht im Verdacht gestanden, einen Anschlag zu planen. Sie sollen zu einer radikalisierten Form des Islam konvertiert sein.

Die Polizei erklärte, sie werde in den kommenden drei Tagen mit mehr als 1000 zusätzlichen Beamten im Einsatz sein, vor allem dort, wo sich Menschenmassen versammelten. Am Samstag findet in London das Champions-League-Finale zwischen Bayern München und Borussia Dortmund statt. Zehntausende Besucher aus Deutschland werden erwartet. Die Regierung hob die Terrorwarnstufe in London zunächst nicht an.

Mehrere muslimische Gruppen in Großbritannien verurteilten den Angriff aufs Schärfste. Eine solche barbarische Tat habe keinerlei Basis im Islam, hieß es vom britischen Muslimrat. Alle Menschen und Gruppen, egal ob muslimisch oder nicht, müssten nun zusammenhalten. Die Polizei müsse dafür sorgen, dass die Stimmung nicht hochkoche.

Das Verbrechen hatte sich in unmittelbarer Nähe einer Kaserne abgespielt. Auf einem Video war ein dunkelhäutiger Mann mit einem Messer und einem Fleischerbeil in seinen blutverschmierten Händen zu sehen. Er soll „Allahu Akbar“ („Gott ist groß“) gerufen und dazu aufgefordert haben, die Regierung abzusetzen.

„Sie (die Regierung) kümmert sich nicht um Euch!“, sagte er. „Wir schwören beim allmächtigen Allah, wir hören nie auf, Euch zu bekämpfen, bis Ihr uns in Ruhe lasst“, sagte er in die Kamera. „Auge um Auge, und Zahn um Zahn. Es tut mit leid, dass Frauen das mit ansehen mussten. Aber in unserem Land müssen Frauen dasselbe mitansehen. Ihr werdet nie sicher sein.“

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, betonte, ein derartiger Mord stehe der Religion total entgegen. „Solche Leute missachten den Islam, ihre feindliche Tat schadet den Muslimen sehr“, sagte Mazyek der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ (Freitagausgabe).

Die Finalteilnehmer Borussia Dortmund und Bayern München erklärten, sie reisten ohne Bedenken nach London. „Unsere Sicherheitsleute sind bereits in London“, sagte Bayern-Mediendirektor Markus Hörwick. Sie stünden in Kontakt mit den dortigen Behörden. Auch der BVB hält an seinem Ablaufplan fest.

dpa/sag

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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