Ab Mitte September

Giftgasreste kommen später nach Munster

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Erst Mitte September sollen die Giftgasreste nach Munster gebracht werden.

Hannover - Die Entsorgung eines Teils der syrischen Chemiewaffen in Munster (Heidekreis) wird sich um mehr als zwei Monate verzögern. Ursprünglich hatte die bundeseigene Gesellschaft zur Entsorgung chemischer Kampfstoffe und Rüstungsaltlasten (Geka) angekündigt, Ende Juni mit dem Verbrennen von etwa 400 Tonnen Giftgasresten zu beginnen.

Nun soll es nach Einschätzung des Bundesverteidigungsministeriums erst in der zweiten oder dritten Septemberwoche so weit sein. Grund für die Verzögerung waren Schwierigkeiten der syrischen Regierung, Teile des Chemiewaffenarsenals – etwa zehn Prozent des Bestandes – aus einem umkämpften Gebiet im Bürgerkriegsland herauszuholen.

Beendet ist seit Dienstag die sogenannte Hydrolyse auf dem US-Spezialschiff „Cape Ray“, das vor der italienischen Küste ankert. Dort wurden rund 1300 Tonnen syrischen Giftgases mit warmem Wasser vermischt. Entstanden ist eine ätzende Lauge mit hohem Alkoholgehalt, die nun in Deutschland, aber auch in Finnland, den USA und Großbritannien bei Temperaturen von etwa 1000 Grad verbrannt wird. Übrig bleiben laut Geka „harmlose Salze“, die dann unter Tage deponiert werden.

Die Geka selbst spricht von der „Routineentsorgung einer Art Industrieabfall“. In welchem deutschen Hafen die Chemikalie anlandet und wie sie nach Munster gelangt, ist derzeit zwischen den USA und dem Bundesverteidigungsministerium in der Abstimmung. Die Kosten der Vernichtung trägt Deutschland selbst. „Das ist ein Beitrag zum Frieden“, sagt Geka-Geschäftsführer Jan Gerhard.

Das Regime von Baschar al-Assad hatte im Oktober zugestimmt, seine Chemiewaffen im Ausland vernichten zu lassen. Organisiert wurde die Aktion von der internationalen Gesellschaft für das Verbot chemischer Waffen (OPCW), die 2013 den Friedensnobelpreis erhielt.

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