Albtraumhaus von Wiefelstede

Glückliches Ende einer Tragödie

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Foto: Die neuen Eigentümer des abgebrannten Einfamilienhauses in Wiefelstede, Markus Sleur und Katrin Buß.

Wiefelstede - Im Fall des abgebrannten Hauses in Wiefelstede (Landkreis Ammerland) gibt es eine positive Wendung. Am Donnerstag hat die DSL Bank angekündigt, das Haus und das Grundstück von den neuen Eigentümern zurückzukaufen. Dem Käuferpaar bleibt die Insolvenz erspart.

Dem 30-jährigen Mediengestalter Marco S. aus Oldenburg und seiner 26-jährigen Frau hatte die Privatinsolvenz gedroht, weil es für das Haus keine Brandschutzversicherung gab. Das junge Paar hatte es vor rund einer Woche bei einer Zwangsversteigerung am Amtsgericht Westerstede für 180 000 Euro gekauft, bevor es die vorherigen Eigentümer in Brand steckten.

Auf diesen Kosten bleiben die Oldenburger nun nicht sitzen. Die Gläubigerbank will Grundstück und Immobilie in Wiefelstede zurückkaufen, damit wären die neuen Eigentümer schuldenfrei, sagte Postbank-Sprecherin Iris Laduch-Reichelt am Donnerstag und bestätigte damit einen Bericht des NDR. „Unser Verlust ist kleiner als der, den das Paar haben würde“, sagte Laduch-Reichelt. „Wir haben als Unternehmen andere Möglichkeiten, das Grundstück wiederzuverwerten.“ Nach Angaben der Sprecherin hat die Gläubigerbank DSL, eine Tochter der Postbank, den neuen Besitzern das Angebot gemacht. Das Amtsgericht Westerstede müsse aber noch zustimmen.

Marco S. hat am Donnerstag von dem Angebot der Bank erfahren: „Mit dieser extremen Wendung hatten wir nicht mehr gerechnet. Uns sind vor Erleichterung ganze Berge vom Herzen gefallen“, sagte er der HAZ. Mit seiner Frau will er das unerwartete Glück in den nächsten Tagen ganz in Ruhe genießen und vor allem Abstand vom Rummel der vergangenen Tage gewinnen.

Der hatte aber auch sein Gutes. Die Berichterstattung über das unverschuldete Schicksal des jungen Paares löste eine Welle der Hilfsbereitschaft aus. „Bei uns haben sich unglaublich viele Menschen gemeldet, die Geld und Material spenden oder beim Ausbau des Hauses mitanpacken wollten“, sagte S. Neue Pläne zum Hauskauf wollen der 30-Jährige und seine Frau nach den furchtbaren Erfahrungen verschieben: „Vielleicht ziehen wir erst mal in eine größere Mietswohnung“, sagte S.

Für das junge Paar aus Oldenburg hat sich damit die Angelegenheit zum Guten gewendet, die mit einer Familientragödie begonnen hatte. Nur einen Tag nach der Zwangsversteigerung kam es in dem Haus zur Verzweiflungstat, bei dem die darin lebende Familie gestorben ist. Der 42-jährige Mann, seine 46-jährige Frau und die sechsjährige Tochter hatten bei dem Brand nach bisherigen Erkenntnissen Rauchgase eingeatmet. Einer der beiden Erwachsenen hatte das Feuer selbst gelegt. Auslöser waren offenbar finanzielle Probleme der Eheleute. Das belegt ein Eintrag bei Facebook, den die Frau hinterlassen hat.

(mit: dpa)

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