Erdbeben in Nepal

Uni Göttingen trauert um getöteten Forscher

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Foto: Der Göttinger Forscher Matthias Kuhle.

Göttingen - Der Forscher Matthias Kuhle der Universität Göttingen ist auf einer Exkursion mit 15 Studenten in Nepal bei dem schweren Erdbeben ums Leben gekommen. Der 67-Jährige war bei einem Abstieg im Manaslu-Massiv nördlich von Kathmandu während des Bebens von herabstürzenden Felsmassen getroffen und tödlich verletzt worden.

Am Tag danach fiel es an der Universität Göttingen vielen schwer, mit der traurigen Nachricht umzugehen. Am Montag war bekannt geworden, dass der Göttinger Forscher Matthias Kuhle bei dem schweren Erdbeben in Nepal ums Leben gekommen ist. Zunächst waren es nur Gerüchte gewesen, „wir wollten es nicht glauben, bis wir etwas von offizieller Seite erfahren“, schreibt die Fachgruppe Geographie auf ihrer Facebook-Seite. Doch am Montag wurde die Vermutung dann zur Gewissheit. „Unsere Gedanken sind bei allen Betroffenen, insbesondere aber auch bei der Familie, den Freunden und Kollegen von Matthias Kuhle. Er wird uns fehlen“, heißt es auf der Seite weiter.

Kuhle hatte eine Exkursion mit 15 Studenten und einem weiteren wissenschaftlichen Mitarbeiter geleitet, die nach Mitteilung der Universität alle wohlauf sind. Nach Angaben von Kuhles Familie wurde der 67-Jährige bei einem Abstieg im Manaslu-Massiv nördlich von Kathmandu während des Bebens von herabstürzenden Felsmassen getroffen und tödlich verletzt. Die Informationen basierten auf Auskünften des Reiseveranstalters, mit dem die Göttinger Geografen unterwegs waren, teilte Kuhles Familie am Dienstag mit. Der Veranstalter wiederum berufe sich auf einen einheimischen Begleiter der Exkursion.

Demnach war Kuhle am Sonnabend mit seiner Gruppe im nepalesischen Himalaya auf dem Abstieg von Jagat nach Dobhan. Die Wissenschaftler befanden sich in einer engen Schlucht, als sie von dem Erdbeben überrascht wurden. Kuhle habe sich gegen 12 Uhr Ortszeit „ein gutes Stück der Gruppe voraus“ befunden, vermutlich um die Sicherheit des Weges zu überprüfen, heißt es in der Mitteilung. Während der Erschütterungen sei der Wissenschaftler von herabstürzenden Felsmassen am Kopf getroffen worden. Die übrigen Teilnehmer der Exkursion seien bis auf kleinere Verletzungen unversehrt geblieben.

„Wir sind von dem Tod unseres Kollegen Matthias Kuhle zutiefst betroffen“, sagte Universitätspräsidentin Ulrike Beisiegel am Dienstag. „Professor Kuhle war ein äußerst erfahrener Geowissenschaftler, der zahlreiche Exkursionen im Himalaya geleitet hat.“ Zugleich sei man aber auch erleichtert, dass die 15 Studierenden und der wissenschaftliche Mitarbeiter das Unglück überlebt haben.

Den anderen Teilnehmern der Exkursion gehe es „den Umständen entsprechend gut“, sagte der Sprecher der Universität, Thomas Richter, nach einem Telefonat mit dem wissenschaftlichen Mitarbeiter. Die Gruppe habe in der Nacht nach dem Unglück wegen massiver Erdrutsche zwischen Jagat und Dobhan campieren müssen, berichtete Kuhles Familie. Am folgenden Tag sei sie per Hubschrauber nach Arughat Bazar geflogen worden. Am Dienstag war sie nach Richters Worten mit dem Bus auf dem Weg von Arughat Bazar in die Hauptstadt Kathmandu, wo sie am frühen Mittwochmorgen eintreffen soll. Wenn alles wie geplant läuft, sollen die 16 Göttinger noch am selben Tag von Kathmandu aus zurück nach Hause fliegen.

Die Exkursion war Anfang April nach Nepal aufgebrochen. Der ums Leben gekommene Matthias Kuhle galt als erfahrener Bergsteiger und herausragender Kenner des Himalaya. Er war in den vergangenen Jahrzehnten mehrere Dutzend Mal zu Forschungsreisen in der Region unterwegs gewesen. Sein besonderes Interesse galt der Entstehung und den Folgen von Eiszeiten. Bekannt wurde er durch den Nachweis eines tibetischen Inlandeises und dessen Einfluss auf die globalen Eiszeitzyklen.

Von Britta Bielefeld und Matthias Brunnert

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