Organspende

Göttinger Transplantationsarzt bleibt in Haft

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Die Staatsanwaltschaft Braunschweig wirft dem früheren leitenden Transplantationsmediziner der Göttinger Uniklinik Körperverletzung mit Todesfolge in einem Fall und versuchten Totschlag in neun Fällen vor.

Braunschweig - Der im Göttinger Organspende-Skandal unter dem Verdacht des versuchten Totschlags stehende Arzt bleibt in Untersuchungshaft. Das Landgericht Braunschweig teilte am Montag mit, die Beschwerde gegen den Haftbefehl weitgehend abgelehnt zu haben.

Die Haftprüfungskammer bejahe den dringenden Tatverdacht für versuchten Totschlag in neun Fällen. Angesichts der Schwere der Tat sehe die Kammer den Haftgrund der Fluchtgefahr. Der Anwalt des Mediziners war zunächst nicht zu erreichen.

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig wirft dem früheren leitenden Transplantationsmediziner der Göttinger Uniklinik Körperverletzung mit Todesfolge in einem Fall und versuchten Totschlag in neun Fällen vor. Er soll von 2009 bis 2011 mit Vorsatz falsche Gesundheitsdaten von Patienten an Eurotransplant gemeldet haben, wodurch sie auf der Warteliste für Spenderlebern nach oben gerutscht seien. Andere Schwerstkranke hätten dadurch kein Spenderorgan bekommen und seien deshalb möglicherweise gestorben.

Die Haftprüfungskammer sah dringende Verdachtsmomente, dass der Mediziner den Tod der anderen Patienten billigend in Kauf genommen habe, begründete das Gericht die Entscheidung. Gegen diesen Beschluss sei eine weitere Beschwerde beim Oberlandesgericht möglich.

dpa

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