EU-Programm für Grundschulen

Gratis Obst für alle

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- Niedersächsische Grundschüler sollen vom kommenden Sommer an kostenlos mit Früchten und Gemüse versorgt werden. Die Landesregierung startet ein EU-Projekt, das Schwarz-Gelb vor vier Jahren wegen bürokratischer Hürden abgelehnt hatte.

Niedersachsen steigt als achtes Bundesland in das von der Europäischen Union geförderte Schulobst-Programm ein. Vom kommenden Sommer an sollen knapp 70 000 Grund- und Förderschüler dreimal in der Woche kostenlos frisches Obst oder Gemüse erhalten. Ziel sei eine gesündere Ernährung der Kinder, sagte der niedersächsische Agrarminister Christian Meyer (Grüne) der Deutschen Presse-Agentur.

"Wissenschaftliche Studien belegen, dass schlechte Ernährungsgewohnheiten schon im Kindesalter anfangen." Das Land will für das Programm jährlich eine Million Euro zur Verfügung stellen, eine weitere Million Euro steuert die EU bei. Der Landtag in Hannover entscheidet in der kommenden Woche im Rahmen der Haushaltsberatungen über die Pläne. Die Europäische Kommission hatte die Schulobst-Initiative bereits vor vier Jahren gestartet. Die schwarz-gelbe Koalition in Hannover entschied sich aber gegen eine Teilnahme Niedersachsens. "Der bürokratische Aufwand ist nicht so hoch, wie damals behauptet wurde", sagte Meyer.

Die Erfahrungen aus Nordrhein-Westfalen und Bayern zeigten, dass das Projekt bürokratiearm auf die Beine gestellt werden könne. Die Schulen sollen sich im kommenden Jahr mit einem pädagogischen Konzept bewerben. Das Geld für das Obst geht direkt an den Frucht- und Gemüsehandel. "Wir wollen einen Anteil von ökologischem Obst und regionalen Produkten, schreiben aber keinen bestimmten Prozentsatz vor", sagte der Minister. Das Projekt habe in anderen Ländern jährlich mehr Zulauf. "Es macht auch Spaß, einen Obstsalat gemeinsam zu schnippeln."

Vielerorts gibt es bereits Elterninitiativen, die das Schulessen mit gespendetem Obst und Gemüse aufwerten. Die bestehenden Programme will die Landesregierung Meyer zufolge nicht ersetzen: "Das neue Projekt eignet sich für Schulen in sozialen Brennpunkten, wo die Eltern das Schulobst nicht mitfinanzieren können." Für ihre Forderung im Bundestagswahlkampf nach einem verpflichtenden fleischlosen Tag in öffentlichen Kantinen hatten die Grünen viel Spott geerntet. Zum Thema Schulobst betonte Meyer: "Das Ganze ist freiwillig. Kein Schüler wird gezwungen, Obst zu essen."

dpa

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