Rosenmontagszüge nehmen Politik aufs Korn

Von Groko bis Klitschko

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Foto: Skandal in Mainz: dem Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst wurde ein Themenwagen gewidmet.

Köln/Düsseldorf/Mainz - Es war ein Jahr der Krisen und Skandale – jedenfalls wenn man sich die Rosenmontagszüge anschaut. ADAC, NSA und Edathy, nichts wurde ausgelassen. Die Krim-Krise wurde in Köln und Düsseldorf allerdings recht unterschiedlich gesehen.

Hunderttausende Narren haben in den rheinischen Karnevalshochburgen die Rosenmontagszüge bejubelt. Auf den Wagen wurden die Krisen und Skandale der vergangenen Monate satirisch aufgearbeitet.

In Düsseldorf hatte Figurenbauer Jacques Tilly bis zuletzt Hand angelegt an ein rotes Groko-Krokodil mit Maulsperre: Das Untier hat sichtlich Mühe damit, den riesigen Kopf des SPD-Politikers Sebastian Edathy hinunterzuschlucken. In einem schwarz-rot-goldenen Bikini war die Kanzlerin als fette deutsche Wirtschaft dargestellt, mit einem mageren französischen Präsidenten François Hollande an der Seite. Feministin Alice Schwarzer wurde von den Narren wegen ihrer Steueraffäre als Moralinstanz vom Sockel gekippt.

Die Lage auf der Krim symbolisierte in Düsseldorf Russlands Präsident Wladimir Putin als Muskelprotz mit Bombe. In Köln wurde Putin umgekehrt gerade als schwächlicher Zwerg dargestellt, den sich ein muskelbepackter Hüne namens Vitali Klitschko zur Brust nimmt. US-Präsident Barack Obama überwachte unterdessen mit einer „National Goal Watch Agency“ ein Fußballtor.

Auch die 15 Motivwagen in Mainz nahmen Skandale aufs Korn. So thronte der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst in einer Wanne voller Geld. Der ehemalige NSA-Mitarbeiter Edward Snowden stand inmitten von Augen und Ohren. Ein gelber Engel mit verbeultem Heiligenschein nahm die fragwürdigen Methoden des ADAC auf die Schippe.

Ganz anders präsentierte sich die Fastnacht im Südwesten: In Rottweil begann in aller Früh der traditionsreiche Narrensprung, einer der Höhepunkte der schwäbisch-alemannischen Fastnacht. Musikkapellen führten die 4000 „Kleidlesträger“ wie Gschell und Federahannes auf ihrem Weg an.

dpa

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