Versicherungsbetrug

Großfamilie soll 70 Unfälle vorgetäuscht haben

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Offenbach - 15 Männer sollen seit Jahren Verkehrsunfälle provoziert oder vorgetäuscht haben. Die Verdächtigen gehören vorwiegend zu einer Großfamilie. Wegen der Namen der Beschuldigten wurden die Ermittler stutzig.

Mehr als 70 betrügerische Verkehrsunfälle mit einem Versicherungsschaden von mindestens 150 000 Euro haben Ermittler im Raum Offenbach aufgedeckt. Sie nahmen 15 Männer bei der Durchsuchung ebenso vieler Wohnungen in Offenbach, dem Kreis und in Frankfurt fest. Bei der Aktion am Dienstag wurden außerdem umfangreiche Beweismittel beschlagnahmt, darunter ein Auto und 13 000 Euro, wie Staatsanwaltschaft und Polizei in Offenbach am Mittwoch berichteten.

Die Beschuldigten sind zwischen 22 und 77 Jahre alt und gehören vorwiegend zu einer Familie.Drahtzieher der Bande soll ein 30 Jahre alter Offenbacher sein, der inzwischen in Untersuchungshaft sitzt. Die anderen Männer sind wieder auf freiem Fuß.

Die Verdächtigen sollen seit Ende 2007 den Ablauf von mindestens 70 Unfällen beeinflusst und so die Versicherungen betrogen haben. Die Männer sollen in unterschiedlichenRollen als Unfallverursacher, -geschädigter und Zeuge aufgetreten sein und die Schadensfälle entweder provoziert, manipuliert oder vorgetäuscht haben. Gut ein Drittel der Schadenssumme - also mehr als 50 000 Euro - werden dem mutmaßlichenKopf der Bande zugerechnet. Den Beschuldigten drohen hohe Haftstrafen.

Die Ermittler gehen davon aus, dass möglicherweise noch mehr Unfälle aufgedeckt werden. Sie waren denVerdächtigen auf die Spur gekommen, weil ihre Namen auffällig oft im Zusammenhang mit denUnfallmeldungen auftauchten.

dpa

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