Deutsche Militärkochkunst im Nordirak

Gulasch für Peschmerga-Kämpfer

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„Menüs für 250 Personen“: Feldküche für den Nordirak.

Garlstedt - Seit Dienstag werden zehn kurdische Peschmerga-Kämpfer von der Bundeswehr in die Feinheiten der deutschen Militärkochkunst eingeweiht.

Ein simples Drehkreuz heißt im Behördendeutsch Personenvereinzelungsanlage. Und eine Gulaschkanone? Die trägt bei der Bundeswehr den Namen Taktische Feldküche 250, kurz TFK 250. Seit Dienstag werden zehn kurdische Peschmerga-Kämpfer in die Feinheiten der deutschen Militärkochkunst eingeweiht. Sieben Tage lang lernen sie an der Logistikschule der Bundeswehr (amtliches Kürzel: LogSBw) im niedersächsischen Garlstedt bei Bremen, wie man an einem Küchenanhänger den Löffel schwingt.

„Während der Ausbildung“, so berichtete das Logistikkommando der Bundeswehr, „vermitteln Logistiker der Streitkräftebasis den Peschmerga die notwendigen Kenntnisse zur Bedienung der TFK 250 und setzen sie damit in die Lage, ihr Wissen als Multiplikatoren auch an andere Peschmerga in ihrer Heimat weiterzugeben.“ Das muss sein, denn die Bundeswehr stellt den Anti-IS-Kämpfern im Nordirak insgesamt zehn Gulaschkanonen zur Verfügung – und die dürfen natürlich nicht wegen fehlerhafter Bedienung nach hinten losgehen.

Neben solcher Unterstützung im Kampf gegen den Hunger liefert Deutschland bekanntlich auch Waffen und Munition für den Kampf gegen die IS-Terroristen. Die ersten 32 Peschmerga wurden bereits an der Infanterieschule im bayerischen Hammelburg dafür fit gemacht, mit der Panzerabwehrwaffe Milan umzugehen.

Aber wie soll man gut zielen, wenn der Magen knurrt? Da hilft die TFK 250, offenbar ein wahres Wunderwerk der Technik. Die Herstellerfirma schreibt über den rund vier Meter langen, geländegängigen Einachsanhänger: „Innerhalb kürzester Zeit kann ein komplettes Menü für 250 Personen zubereitet werden und im Katastrophenfall können bis zu 600 Personen mit Einfachgerichten versorgt werden.“ Neben Suppe können die Köche in Uniform auch Fleisch, Kartoffeln, Nudeln, Reis und Soße in den Napf zaubern – egal, ob mit Frischware oder Konserven. Weiter im Hersteller-Info: „Die verbauten Kochmodule ermöglichen zahlreiche Garverfahren wie Kochen, Druckkochen, Sieden, Dünsten, Dämpfen, Schmoren, Braten, Druckbraten und Backen.“ Und nicht zu vergessen: „Da alle mit Lebensmitteln in Berührung kommenden Teile aus hochwertigem Edelstahl hergestellt sind, ist eine hohe Korrosionsbeständigkeit sowie Schutz gegen Verkeimungen (höchste Hygiene) sichergestellt.“

Dann kann ja nichts mehr schiefgehen beim Kampf gegen die IS-Terrormiliz. Wie gut es mit dem Kochen läuft, präsentiert die Bundeswehr am Donnerstag in Garlstedt – der Speiseplan hat bis dahin die Kategorie „streng vertraulich“.

Eckhard Stengel

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