Tat geschah vor 20 Jahren

Gutachter zweifelt Geständnis bei Vergewaltigungsmord an

Braunschweig - Im Prozess um einen Mord vor mehr als 20 Jahren gibt es Zweifel an den Aussagen des Angeklagten. Ein Gutachter stellte am Montag die Schilderung des 49-Jährigen infrage, der von einer spontanen Tat gesprochen hatte.

Der Psychiater sprach sich auch dafür aus, dass der Angeklagte nach der Haft in Sicherungsverwahrung kommt, weil er weiter als gefährlich einzustufen sei.

Der 49 Jahre alte Mann hatte am ersten Verhandlungstag eingeräumt, das 23 Jahre alte Opfer 1992 im Harz vergewaltigt und mehrmals mit dem Kopf auf den Boden geschlagen zu haben.

„Es bleiben eine Reihe von Fragen zu seinem Geständnis“, sagte der Gutachter Friedemann Pfäfflin. Gegen die Darstellung einer spontanen Tat spreche die Tatsache, dass sich der Mann vor der Tat Klebeband zum Fesseln der Frau, eine Plane und eine Mütze besorgt habe.

Nach Aussage des 49-Jährigen soll die Frau noch gelebt haben, als er vom Tatort flüchtete. Die Anklage geht hingegen davon aus, dass er sein Opfer tötete, um nicht erkannt zu werden. Der Mann war schon kurz nach der Tat in das Visier der Ermittler geraten, doch erst moderne Analysenverfahren konnten ihn jetzt überführen.

Zur Prognose des Mannes sagte der Gutachter: „Er setzt sich nicht mit der Tat auseinander.“ Seit 1988 ist der aus dem Kreis Peine stammende Angeklagte ununterbrochen im Maßregelvollzug, nach mehreren Vergewaltigungen wird er in Moringen behandelt. Die Tat, wegen der er nun vor Gericht steht, soll er während einer Freizeit begangen haben, er hatte sich unerlaubt und unbemerkt von der Gruppe entfernt.

Sein seit 1996 behandelnder Therapeut hatte am Montag berichtet, dass der Angeklagte auch ihm gegenüber in all den Jahren die Tat nie zugegeben hat. Die Plädoyers sollen am 12. Februar gesprochen werden.

dpa

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