Göttingen

Häftling stirbt bei Feuer in Maßregelvollzug

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Foto: Das Feuer war gegen 4 Uhr in einer Zelle des sogenannten Festen Hauses des Maßregelvollzugs ausgebrochen.

Göttingen - Bei einem Brand im Maßregelvollzug in Göttingen ist am Mittwochmorgen ein 46 Jahre alter Patient ums Leben gekommen. Nach ersten Erkenntnissen war eine Matratze in seiner Zelle in Brand geraten. Sozialministerin Cornelia Rundt will sich am Mittag in Moringen informieren.

Ein weiterer Patient und eine Pflegeer wurden durch Rauchgas verletzt und mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Das Feuer war gegen 4 Uhr in einer Zelle des sogenannten Festen Hauses des Maßregelvollzugs ausgebrochen. Einsatzkräfte konnten den Bewohner nur noch tot bergen. Nach ersten Erkenntnissen war eine Matratze in Brand geraten. Sechs Bewohner des Hochsicherheitsgebäudes für psychisch kranke Straftäter wurden aus ihren Hafträumen geholt und im Erdgeschoss des Gebäudes untergebracht, sagte Gloth weiter.

Das betroffene Gebäude, das sogenannte Feste Haus, befindet sich auf dem Gelände des Göttinger Asklepios Klinikums. Es gehört zum niedersächsischen Maßregelvollzugszentrum in Moringen im Kreis Northeim. In dem Hochsicherheitsgebäude sind auf zwei Stationen 30 als gefährlich eingestufte psychisch kranke Straftäter untergebracht.

Ob es sich um Brandstiftung, einen Unfall oder Suizid handele, sei noch unklar, sagte die für den Maßregelvollzug zuständige niedersächsische Sozialministerin Cornelia Rundt. Die SPD- Politikerin hatte sich vor Ort einen Eindruck von den Folgen des Brandes verschafft. Die Rauchgasuntersuchungen zeigten, das keine weitere Gesundheitsgefahr mehr bestehe, sagte Rundt. Patienten und Personal stünden aber immer noch unter dem Schock, „den der Brand und der Todesfall hervorgerufen haben“. Eine Ministeriumssprecherin sagte in Hannover, dass bei Patienten Panikattacken und Angstzustände ausgelöst wurden. Ein Patient habe deshalb fixiert werden müssen.

Maßregelvollzug

Im Maßregelvollzug werden psychisch kranke oder suchtkranke Menschen untergebracht, die schwere Straftaten verübt haben. Weil sie von einem Gericht aber nur als eingeschränkt oder gar nicht schuldfähig eingestuft wurden, kommen sie nicht in ein Gefängnis, sondern in den Maßregelvollzug. Ziel der Unterbringung ist es, die Allgemeinheit zu schützen. Außerdem sollen die Patienten so weit therapiert werden, dass sie nicht mehr gefährlich sind. Nach den jüngsten Zahlen von 2014 waren am 1. Juni in Niedersachsen genau 1262 Patienten im Maßregelvollzug untergebracht, etwas mehr als in den Vorjahren.

Von Andreas Fuhrmann (mit: dpa)

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