Fußgängerin bei Flucht überfahren

Haftbefehl wegen Mordes nach tödlichem Unfall

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Foto: Bei Dunkelheit war ein Mann am Montag vor der Polizei geflüchtet.. Eine 45-jährige Fußgängerin wurde vom Fluchtauto erfasst und getötet.

Bruanschweig - Nach einem tödlichen Verkehrsunfall in Wolfenbüttel hat das Amtsgericht Braunschweig am Dienstag Haftbefehl wegen Mordes gegen den 31 Jahre alten Fahrer erlassen. Der Mann war am Montagmorgen in halsbrecherischem Tempo vor der Polizei geflüchtet. In Wolfenbüttel überfuhr er eine 45 Jahre alte Frau. Sie hinterlässt zwei Kinder.

Unmittelbar vor dem tödlichen Zusammenstoß hatte der 31-Jährige mit etwa Tempo 100 und abgeschaltetem Licht eine Polizeisperre am Orteingang von Wolfenbüttel umfahren und war danach links von der Fahrbahn abgekommen. Auf dem Bürgersteig erfasste er mit seinem BMW die Frau, die gerade ihren Hund ausführte. Durch die Wucht des Aufpralls wurde die Fußgängerin durch die Lauft auf das Gelände einer Tankstelle geschleudert. Die Frau war sofort tot.

Julia Meyer von der Staatsanwaltschaft in Braunschweig begründete den Mordvorwurf damit, dass der 31-Jährige versucht habe, mit seiner Flucht andere Straftaten zu verdecken. „Er hat durch seine riskante Fahrt billigend in Kauf genommen, dass dabei Menschen zu Tode kommen.“ Der Mann sei wegen Fahrens ohne Führerschein sowie wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz vorbestraft. Auch am Montag war er ohne Fahrerlaubnis unterwegs. Außerdem fand die Polizei bei ihm Amphetamine und LSD „in erheblicher Menge“.

Das dürfte der Grund dafür sein, dass er sich am frühen Morgen gegen sechs Uhr einer Polizeikontrolle auf der Autobahn39 bei Salzgitter entziehen wollte. Einer Polizeistreife waren zwei Autos als verdächtig aufgefallen, die offenbar gemeinsam unterwegs waren. Während der Transporter in Braunschweig stoppte, gab der 31-Jährige in seinem BMW Gas. Mit zum Teil mehr als 180 Kilometern pro Stunde lieferte er sich eine etwa 45 Kilometer lange Verfolgungsjagd mit der Polizei. Dabei schaltete er laut Staatsanwältin Meyer mehrfach die Scheinwerfer ab und raste über rote Ampeln.

In dem Unfallwagen fand die Polizei Einbruchswerkzeug sowie einen Scanner zum Abhören des Polizeifunks. Der Mann wird verdächtigt, Mitglied einer Diebesbande zu sein. In dem Transporter wurden fünf Komplizen festgenommen, auch darin fand die Polizei Einbruchswerkszeug. Allerdings wurde bei Wohnungsdurchsuchungen kein Diebesgut gefunden. Darum befinden sich die Komplizen auf freiem Fuß. Gegen sie wird wegen Bandendiebstahls ermittelt.

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