Zu wenig Darsteller

Hameln gehen die Rattenfänger flöten

+
Soll mit dem Flötenspiel Besucher anlocken: Hameln sucht neue Rattenfänger.

Hameln - Lust auf einen neuen Job? Die Stadt Hameln hätte da vielleicht was: Rattenfänger. Das klingt schlimmer als es ist. Nagetiere müssen nämlich nicht geschnappt werden. Der Beruf hat es trotzdem in sich.

Der Stadt Hameln gehen die Rattenfänger aus. Von fünf Darstellern der Sagenfigur, die zusammen pro Jahr auf mehr als 600 Einsätze kommen, haben zwei ihren Federhut an den Nagel gehängt, sagte Hamelns Tourismus-Chef Harald Wanger am Donnerstag. Weil der hauptamtliche Rattenfänger-Darsteller Michael Boyer und seine beiden verbliebenen nebenberuflichen Assistenten die zahlreichen Auftritte alleine nicht mehr bewältigen können, brauche die Stadt dringend neue Rattenfänger.

Sie sollen Gäste begrüßen, Stadtführungen leiten oder bei Veranstaltungen und Fernsehauftritten eine gute Figur machen. Die Anforderungen seien nicht ohne, sagte Wanger: Wer als Rattenfänger bestehen wolle, brauche schauspielerisches Talent, die Fähigkeit, ein Flöteninstrument zu spielen und historische Kenntnisse. Ein Großteil der jährlich rund drei Millionen Tagesbesucher und der etwa 200.000 Übernachtungsgäste komme wegen des Rattenfänger nach Hameln.

Der Sage nach hat der Rattenfänger im 13. Jahrhundert mit seinem Flötenspiel die Ratten aus der Stadt in die Weser geführt. Weil die Stadtoberen ihm den Lohn verweigerten, lockte er mit seiner Musik auch die Kinder aus der Stadt. Sie blieben für immer verschwunden.

dpa

Kommentare