Justiz in Niedersachsen

Handy-Spürhunde schnüffeln im Gefängnis

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Foto: Der belgische Schäferhund „Artus Lübeck Airport“ war der erste Handy-Spürhund in Deutschland. Jetzt setzt auch Niedersachsen auf Schnüffelnasen.

Hannover - Der Polizei sind Hunde seit langem eine große Hilfe beim Aufspüren von Drogen. Mit ihren feinen Nasen sollen sie nun auch Mobiltelefone von Häftlingen finden.

Niedersachsen schickt neuerdings speziell trainierte Handy-Spürhunde für Durchsuchungen in Gefängniszellen. Das geht aus der Antwort von Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz (Grüne) auf eine Anfrage der FDP hervor. „Zu Jahresbeginn wurden erstmalig zwei Rauschgiftspürhunde auf das Aufspüren von Mobilfunktelefonen konditioniert“, heißt es in der Antwort des Ministeriums. In den Zellen der Justizvollzugsanstalten ist der Handy-Besitz verboten. „Nach einem Testlauf von einem Jahr werden, bei guten Erfahrungen, weitere Hunde entsprechend ausgebildet“, erklärte Niewisch-Lennartz.

In ihrer Anfrage hatte die FDP nach Maßnahmen gefragt, mit denen die Landesregierung das illegale Einschmuggeln von Gegenständen verhindert oder sie aufspürt. Dabei wurde das Spektrum der hinter Gitter gefundenen Gegenstände mit „Handys, Pfeifen, Alkohol, rezeptpflichtige Medikamente, Drogen, Tattoo-Geräte oder Bargeld, auch Messer, Klingen, Schlagringe, Baseballschläger und selbst gebaute Werkzeuge“ angegeben. Das Justizministerium zählte im Jahr 2013 „insgesamt 357 Sicherstellungen von Betäubungsmitteln“, ohne sie näher zu erläutern. Zurückgegangen sei die Zahl tätlicher Angriffe auf Wärter: lag sie 2012 noch bei 20, so sank sie 2013 auf 12.

dpa

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