Wetterumbruch im Norden

Hannover freut sich über ein bisschen Schnee

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Foto: Freude über den ersten Schnee: Joschua (li.) und Jerome bauen am Ballhof in Hannover einen Schneemann.

Hannover - Damit haben wohl die wenigsten gerechnet: Auch in Hannover kam es am Sonnabendnachmittag zu Schneefällen. Während die meisten Menschen in der Landeshauptstadt den Wetterumschwung genossen, fluchten Autofahrer im Norden über glatte und weiße Straßen. Es kam zu zahlreichen Unfällen.

Ungewohnte Arbeit kam am Samstag auf viele Niedersachsen zu: Mit Schaufeln und Besen mussten sie Gehwege und Treppenstufen von Schnee befreien, nachdem es am Morgen länger geschneit hatte. Die Schneefälle dauerten bis zum Nachmittag an und sorgten abseits der Straßen weitgehend für gute Laune. Denn auf Schnee mussten die Bewohner der Landeshauptstadt sowie der meisten übrigen Teilen Niedersachsens bislang verzichten.

Im Nordwesten Niedersachsens führten die Schneefälle allerdings auch zu mehreren Unfällen.Allein im Oldenburger Stadtgebiet registrierte die Polizei am Vormittag mehr als 20 Zwischenfälle. Dabei kam es nach Angaben eines Sprechers zumeist zu Blechschäden. In Ostfriesland prallte ein Wagen auf der Autobahn A31 bei Emden im Schneetreiben gegen die Mittelleitplanke. Eine Frau wurde leicht verletzt. In Bissendorf (Kreis Osnabrück) wurden zwei Autoinsassen eingeklemmt, als ihr Wagen in einen Graben rutschte. Die Feuerwehr Emden warnte davor, Seen und Gewässer zu betreten. Das Eis sei brüchig, es bestehe Lebensgefahr.

Düsseldorf leitet Flüge nach Hannover um

Besonders viel Schnee fiel in Nordrhein-Westfalen. Der Betrieb am Düsseldorfer Flughafen war durch Schneefall am Samstagmorgen zeitweise lahmgelegt. Im Laufe des Tages normalisierte sich der Betrieb wieder. „Wir mussten einige Maschinen nach Hannover umleiten, weil Köln ja ebenfalls eingeschneit war“, sagte der Sprecher Thomas Kötter. Seit dem Mittag seien die Temperaturen aber gestiegen, die beiden Rollbahnen durchgehend frei von Eis und Schnee und wieder uneingeschränkt nutzbar gewesen. Am Morgen waren nach starkem Schneefall zwölf Starts und sechs Landungen gestrichen worden.

Auf den Autobahnen am Niederrhein sowie rund um Düsseldorf gab es mehr als 100 Unfälle. Fünf Menschen seien leicht verletzt worden, sonst habe es glücklicherweise nur Sachschäden gegeben, sagte ein Sprecher der Polizei in Düsseldorf.

Zu viele sind mit Sommerreifen unterwegs

„Es liegt eindeutig an den Menschen“, kritisiert der Polizeisprecher. Man wundere sich, wie viele noch mit Sommerreifen unterwegs seien. Wegen querstehender Lastwagen kam es auf mehreren Autobahnen zu Staus von bis zu 23 Kilometer Länge. Auf Straßen im Sauerland und in der Eifel krachte es bis zum Mittag jeweils rund 20 Mal – meist blieb es bei Blechschäden.

Skifahrer jubeln über Schneetreiben

Skifahrer lockte das Winterwetter an etlichen Orten auf die Pisten.Im Harz vermeldeten die Skiliftbetreiber am Sonnabend Schneehöhen von bis zu 25 Zentimetern – allerdings wurde mit Kunstschnee kräftig nachgeholfen.

Im Skigebiet im nordhessischen Willingen lagen rund 40 Zentimeter Schnee, wie Jörg Wilke vom Winterpark Willingen sagte. „Das ganze Skigebiet ist befahrbar.“ Alle Liftanlagen seien in Betrieb. Ohne Kunstschnee würde aber nichts gehen, sagte Wilke. Der Winterpark hoffte deshalb auf Neuschnee. Auch auf Hessens höchstem Berg, der 950 Meter hohen Wasserkuppe in der Rhön, konnten Skifreunde die Pisten befahren. Dort lagen rund 20 Zentimeter Schnee. Es sei ausreichend Kunstschnee produziert worden.

Winter-Zwischenspiel endet am Montag

Das Winter-Intermezzo endet laut Deutschem Wetterdienst (DWD) in den meisten Regionen spätestens am Montag. Dann erwartet der DWD steigende Temperaturen, Regen oder Schneeregen. Das Thermometer werde Werte zwischen null und sechs Grad zeigen. Die Schneefallgrenze steige auf 700 Meter.

Die Aussichten für die kommende Woche blieben trüb.„Ungemütlich“, sagte Meteorologe Helge Tuschy.Regen und Schneeregen würden sich abwechseln, dazu könne es windig werden. Nur an den Alpen sei kräftiger Schneefall möglich.

dpa/mic/cli

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