Tod im Stau

Hannoveraner stirbt unter mysteriösen Umständen auf der A7

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Foto: Bei einem Unfall auf der A7 kam ein 33-Jähriger ums Leben. Später wurde nur wenige Kilometer entfernt ein Toter aus Hannover gefunden.

Soltau - Zwei Menschen sind in der Nacht zum Mittwoch auf der Autobahn A7 im Heidekreis ums Leben gekommen. Ein 33 Jahre alter Lastwagenfahrer aus Hamburg starb, als er bei Soltau in ein Stauende raste. Später wurde rund vier Kilometer entfernt am Fahrbahnrand neben einem Kleinbus die Leiche eines 72-jährigen Hannoveraner gefunden.

Polizeibeamte haben in der Nacht zu Mittwoch hunderte im Stau stehende Autofahrer kontrolliert – und nach Hinweisen zum möglicherweise gewaltsamen Tod eines 72-jährigen Hannoveraners gesucht. Der Mann war am Dienstagabend gegen 21 Uhr mit seinem Kleinbus im Bereich Soltau auf der A 7 in einen Stau geraten. Kurz darauf war der Hannoveraner tot: Der Rentner lag inmitten der kilometerlangen Autoschlange leblos und mit einer blutenden Wunde am Kopf auf dem Asphalt.

Der Stau war entstanden, nachdem ein Lastwagenfahrer auf der Fahrbahn in Richtung Hannover verkehrsbedingt hatte abbremsen müssen. Ein 33-jähriger nachfolgender Lkw-Fahrer erkannte die Situation zu spät und fuhr mit seinem Fahrzeug auf den vorausfahrenden Sattelschlepper auf. Die Wucht des Aufpralls war so stark, dass insgesamt vier Lastwagen ineinandergeschoben wurden. Der 33-jährige Verursacher des Zusammenstoßes wurde eingeklemmt und starb noch an der Unfallstelle.

Die Bergung der schwer beschädigten Lkw dauerte Stunden. Hunderte Autofahrer gerieten in einen elf Kilometer langen Stau, der sich erst am frühen Mittwochmorgen wieder auflösen sollte.

Darunter befand sich auch der 72-jährige Hannoveraner, der am Abend in Hamburg mit seinem Kleinbus in Richtung Heimat aufgebrochen war. Autofahrer, die sich die Füße vertreten wollten, entdeckten gegen Mitternacht den Leichnam des Mannes. Der leblose Körper lag unmittelbar neben dem Kleinbus des Rentners. Wie lange der Mann zu diesem Zeitpunkt bereits tot war, ist bisher nicht bekannt.

„Der Vorfall ist alles andere als alltäglich. Wir können nicht ausschließen, dass es sich um ein Tötungsdelikt handelt“, sagte Polizeisprecher Peter Hoppe am Mittwoch. Die Beamten entschlossen sich kurzerhand zu einer großangelegten Kontrollaktion. Während Kriminaltechniker Spuren am Fahrzeug des Rentners sicherten, überprüften 50 weitere Ermittler von 3.30 Uhr bis etwa 6 Uhr die Insassen von rund 700 im Stau stehenden Fahrzeugen. Um die Kontrolle durchführen zu können, wurden auch Beamte der Polizeidirektion Hannover nach Soltau beordert. „Von wie vielen Personen wir Daten aufgenommen haben, können wir nicht sagen, es dürften bis zu 1000 gewesen sein“, sagte Polizeisprecher Hoppe.

Dabei hätten die Beamten einige wichtige Hinweise erhalten. „Anhand der Zeugenaussagen können wir zum Beispiel ausschließen, dass der Mann von einem Rettungsfahrzeug erfasst wurde, das durch die Rettungsgasse zum Unfallort fuhr“, sagte Hoppe. Zu weiteren Einzelheiten, die Zeugen den Beamten berichteten, wollte der Polizeisprecher sich nicht äußern.

Der Leichnam des Mannes sollte noch am Mittwochabend von einem Gerichtsmediziner obduziert werden. Die Ergebnisse werden voraussichtlich im Laufe des Donnerstags bekanntgegeben. Die Polizei hält es weiterhin für denkbar, dass der Mann gewaltsam ums Leben gekommen sein könnte. Möglich ist allerdings auch, dass er krankheitsbedingt zusammenbrach und sich die Wunde am Kopf zuzog, als er auf dem Asphalt aufschlug.

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