Rodeln und Wandern

Harz lockt Wintersportler mit Schnee und knackiger Kälte

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Der Harz gehört dieses Wochenende den Wintersportlern.

Goslar/Schierke - Im Harz hat die Wintersportsaison begonnen. Bei knackig kalten Temperaturen machten sich am Sonnabend zahlreiche Rodler und Wanderer auf in das Mittelgebirge. In einigen Orten wurden die Lifte für Skifahrer und Rodler in Betrieb genommen. Auch erste Loipen sind nach Angaben des Harzer Tourismusverbandes gespurt - genau 80,7 von 465,5 Kilometern.

In einigen Gebieten liegen mehr als 30 Zentimeter Schnee, in Torfhaus und auf dem Brocken wurden 35 Zentimeter Schnee gemessen. Die Temperaturen in der Nacht zum Sonnabend waren eisig: In Schierke am Brocken zeigte das Thermometer minus 14 Grad an, der höchste Berg im Harz lockte am Morgen bei minus 5 Grad mit einer 180 Kilometer langen Fernsicht.

Allem Winterzauber zum Trotz warnen die Meteorologen: In der Nacht zum Sonntag und während des Tages gebe es im Harz starken Schneefall und Verwehungen, teilte der Deutsche Wetterdienst mit. Oberhalb von 600 Metern würden innerhalb von zwölf Stunden bis zu 15 Zentimeter Neuschnee erwartet. Für den Oberharz werden außerdem Sturmböen vorausgesagt. Die Folge sind starke Schneeverwehungen, die besonders für Autofahrer gefährlich sein können, hieß es.

Rodeln

Bei Schneehöhen von derzeit bis zu 35 Zentimeter kommen zunächst vor allem die Rodler auf ihre Kosten. Wer es bequem haben will, nutzt bergauf die Lifte am Torfhaus, in Braunlage (Rathauswiese) und in St. Andreasberg - dort beim Sonnenhanglift geht es abends bei Flutlicht weiter. „Wer es ruhiger mag, sollte kleinere Hänge ohne Lift ansteuern“, meint Eva-Christin Ronkainen vom Harzer Tourismusverband - beispielsweise in Altenau, Clausthal-Zellerfeld, Buntenbock oder Wildemann.

Langlauf

Langläufer müssen auf gespurte Loipen im Harz noch ein paar Tage warten - mit ganz wenigen Ausnahmen: Im Skigebiet Sonnenberg nördlich von St.Andreasberg hat die Nationalparkverwaltung Harz am Freitag eine Teststrecke spuren lassen. „Für den Einsatz der Raupengeräte brauchen wir überall mindestens 20 Zentimeter Schnee“, erläutert Nationalparksprecher Friedhart Knolle. „In den nächsten Tagen werden wir das Loipennetz nach und nach aufbauen.“ Auch das zweite Spurgerät in Torfhaus werde dann zum Einsatz kommen. Wer sich mit einer kleinen Runde zufrieden gibt, findet derzeit eine Strecke von 2,3 Kilometern im Kurpark von Buntenbock. Die Sonnenloipe in Braunlage ist auf 1,1 Kilometer Länge als Skaterloipe gespurt.

Winterwanderung

„Phantastische Wanderungen“, auch mit Skiern, seien am Wochenende fast überall im Oberharz möglich, sagt Friedhart Knolle von der Nationalparkverwaltung. Ausgearbeitete Runden seien vor allem an den Anfangspunkten der - weitgehend noch nicht gespurten - Loipen zu finden, etwa bei Torfhaus und Sonnenberg. Besonders empfiehlt Knolle die „Hanskühnenburg-Runde“ am Höhenzug Acker östlich von Osterode - dort gibt es mit Glück schöne Fernblicke. Im Prinzip lässt es sich aber von jedem Ort im Harz aus gut wandern. Der Schnee ist noch nicht zu tief und die sonst zu erwartenden Konflikte mit Skilangläufern dürften ausbleiben, da noch kaum gespurt ist. Knolle appelliert an Wanderer, unbedingt auf den Wegen zu bleiben. „Tiere werden sonst aufgeschreckt und aus ihren Verstecken vertrieben.“

Brocken

Ein Brockenbesuch kann sich vor allem am heutigen Sonnabend lohnen. Bis zum Nachmittag ist Sonnenschein vorhergesagt. Angesichts der Kälte lässt sich gut ein Teil des Weges mit der Brockenbahn zurücklegen. Der erste Dampfzug startet fahrplanmäßig um 8.55 Uhr ab Wernigerode. Zusteigen kann man auch in Schierke und Drei Annen Hohne. Der letzte Zug fährt in Wernigerode um 14.55 Uhr los, letzte Fahrt vom Brocken ist um 17.07 Uhr. Die Temperatur auf dem Berg soll nachmittags bei -7 Grad liegen, der kräftige Nordwind lässt es aber deutlich kälter erscheinen.

Ein Weihnachtsmarktbummel bietet sich als Tagesabschluss an. Außer in Goslar und Osterode lohnen sich an diesem Wochenende auch zwei kleine Märkte vor historischer Kulisse: am Kloster Walkenried (Sonnabend 13 bis 20 Uhr, Sonntag 11 bis 18 Uhr) und am Kloster Wöltingerode (Sonnabend und Sonntag von 11 bis 19 Uhr).

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