Neue Details zum mutmaßlichen Täter

Hatte Roof Einkaufszentrum im Visier?

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Foto: Diese Aufnahmen zeigen den mutmaßlichen Attentäter von Charleston, Dylann Storm Roof, nach seiner Festnahme.

Charleston - Am Tag nach dem Attentat auf die Mother-Emanuel-Kirche in Charleston sickern erste Details über den mutmalichen Täter durch. Dylann Roof soll ein Einkaufszentrum ausgekundschaftet haben. Bei seinen Bekannten war er für seine Gewaltvorstellungen bekannt.

Hatte der mutmaßliche Attentäter von Charleston ursprünglich ein Einkaufszentrum als Ort für sein Blutbad im Visier? Laut den Recherchen der örtlichen Zeitung "Post and Courier" war Dylann Roof vor vier Monaten im Columbiana Center von Columbia (South Carolina) festgenommen worden. Der 21-Jährige hatte Verkäufer mehrerer Läden gezielte Fragen gestellt, wie lange nach Verkaufsschluss die Angestellen nach Hause gehen würden.

Die Security des Einkaufszentrums fand das verdächtig und verständigte die Polizei. Die Polizei nahm Roof fest, weil er ein Heroin-Ersatzmedikament ohne Rezept bei sich trug. Zwei Monate später wurde Roof erneut auf der Parkplatz des Einkaufszentrum gesichtet und verhaftet, weil ihm Hausverbot erteilt worden war.

Dazu passt, was Roofs Mitbewohner der örtlichen Zeitung verriet. Denn Dalton Tyler ist sich sicher, dass "Dylann schon mindestens sechs Monate lang so etwas geplant hat". Tyler hatte sieben Monate mit Roof zusammen gelebt und ihn oft rassistische Aussagen machen hören: „Er war ein großer Fan von Rassentrennung. Er wollte einen neuen Bürgerkrieg auslösen. Durch eine besonders blutige Tat, nach der er sich dann umbringen wollte.“

Tyler glaubte ihm nicht. Eben so wenig wie Christon Scriven, der mit Roof letzte Woche gesprochen hatte: „Er hat mir und anderen Freuden erzählt, dass er Leute an einem örtlichen College umbringen wollte. Niemand hat ihm geglaubt, weil er für seinen schwarzen Humor bekannt war. Er konnte die unglaublichsten Sachen sagen, ohne die Miene zu verziehen.“

Die Waffe, mit der der 21-Jährige die neun Kirchenmitglieder regelrecht hinrichtete, hatte Roof laut seines Mitbewohners von seinen Eltern im April zum Geburtstag bekommen. Tyler: „Seine Eltern hatten es ihm aber nie gestattet, sie zu uns mit nach Hause zu nehmen. Bis letzte Woche.“ Roofs Onkel Carson Cowles erinnert sich, dass er seinen Neffen vor ein paar Tagen mit der Waffe in der Hand gesehen hatte: “Dylann strahle und war superhappy.“

Erschütternd: Eines der Opfer aus der Gebetsrunde hatte vor dem Massaker ein kurzes Videoauf „Snapchat“ gepostet. Darauf ist auch Roof zu sehen, der mit den anderen Gläubigen auf einem Stuhl im Kreis sitzt. Weniger als 10 Minuten später muss Roof seine Waffe gezogen haben.

Dierk Sindermann

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