Ferieninsel

Helgoland will 30 Prozent mehr Gäste anlocken

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Foto: Sonnige Idylle: Helgoland will im kommenden Jahr noch mehr Besucher anlocken.

Helgoland - Zwei Jahre nach seinem Amtsantritt zieht Helgolands Bürgermeister Singer eine positive Bilanz: Die Gemeinde wächst wieder. Eine Tourismusinitiative will mehr Gäste anziehen und ein Offshore-Servicehafen soll neue Einnahmen bringen.

Ein neues Ganzjahresschiff, zusätzliche Hotels und ein touristisches Zentrum im Binnenhafen - Helgoland will in den kommenden Jahren mit zahlreichen Projekten mehr Gäste auf die Hochseeinsel locken. „Mit unserer Tourismusinitiative 2020 wollen wir die Anziehungskraft der Insel steigern und die Gästezahlen langfristig um bis zu 30 Prozent erhöhen“, sagte Helgolands Bürgermeister Jörg Singer (parteilos) in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. In diesem Jahr blieben rund 68.000 Menschen über Nacht auf der roten Felseninsel - das ist ein Plus von 48 Prozent im Vergleich zu 2007.

Singer ist seit dem 1. Januar 2011 Helgoländer Bürgermeister. Zwei Jahre nach Amtsantritt zieht er eine positive Bilanz. „Ich bin sehr zufrieden, was wir schon auf den Weg gebracht haben“, erklärte der Inselchef. „Helgolands drei Kernbereiche Tourismus, Forschung und Offshore sind auf Wachstumskurs.“ Zwischen 2010 und 2016 liegt das Investitionsvolumen bei etwa 150 Millionen Euro.

Die Energieversorgung der Insel wird nach Singers Worten in den nächsten Jahren zu 100 Prozent regenerativ. Das bringe einen Imagegewinn. Zudem sollen für die Einwohner zusätzliche, bezahlbare Wohnungen geschaffen werden. Auch der Jahrzehnte lange Rückgang der Bevölkerung sei gestoppt. Seit 2010 wächst die Zahl der Bewohner erstmals wieder und liegt nun bei 1500.

Trotz Verzögerungen bei den geplanten Windparks vor der Insel ist Singer weiter überzeugt von Helgolands Zukunft als Offshore-Stützpunkt. „Daran habe ich keinen Zweifel“, erklärte er. Die Probleme - etwa bei der Anbindung ans Festland - seien zum Teil zu erwarten gewesen, weil es sich nun mal um Pionierprojekte handele. „Auch wenn einiges ins Stocken geraten ist, gehen wir weiterhin davon aus, dass alle drei Windparks vor Helgoland gebaut werden.“ Die Arbeiten für Nordsee Ost (RWE Innogy) und Meerwind Süd/Ost (WindMW) laufen nach Angaben von Singer seit September. Die Errichtung des Helgoländer Offshore-Servicehafens komme gut voran.

Schiffsverbindungen stärken

Die Tourismusinitiative 2020, mit der die Gemeinde wieder mehr Urlauber gewinnen will, enthält zahlreiche Maßnahmen. „Wir gehen die Themen Punkt für Punkt an“, betonte Singer. Viel Luft nach oben gibt es seiner Meinung nach auch bei den Tagesgästen. In den besten Zeiten kamen jedes Jahr noch mehr als 700.000 Tagesgäste auf die Insel. Damals lockte viele die Zollfreiheit. Doch in den vergangenen Jahren ging die Zahl der Ausflügler immer weiter runter. Seit 2008 sind es jährlich nur noch gut 300.000. „Wir liegen in diesem Jahr über 310.000, können die 400.000 wieder erreichen“, sagte der Bürgermeister.

Dafür sei es wichtig, die Luft- und Schiffsverbindungen zu stärken und den Tagesgästen zu ermöglichen, mehr Stunden auf Helgoland zu bleiben, damit sich die Fahrt für sie stärker lohne. Ab 2015 wird ein neues Schiff zwischen Cuxhaven und Helgoland verkehren, das ganzjährig bessere Verbindungen bieten soll als bisher. „Wir stehen kurz vor der Entscheidung, wer den Zuschlag bekommt.“

Eines der wichtigsten touristischen Projekte sei der Umbau des Binnenhafens zum Anziehungspunkt für die Gäste. Noch wird dort auch Fracht umgeschlagen, doch schon bald sollen diese Tätigkeiten an den Südhafen verlegt werden. „Der Binnenhafen wird komplett modernisiert, erläuterte Singer. „Entlang der Hummerbuden wollen wir ein maritimes Zentrum entwickeln, dort soll auch ein Sportboothafen gebaut werden. Es gibt auch erste Pläne für ein Restaurant und ein Hotel am Binnenhafen.“

Im Fokus steht auch die Helgoland vorgelagerte Badedüne. Am dortigen Nordstrand soll ein Wassersport-Center für Paddler, Surfer und Schnorchler entstehen. Die Erlebnispromenade am Südstrand wird zur nächsten Saison fertig. „Wir haben zudem beschlossen, das alte Dünenrestaurant zu erhalten. Es hat das Zeug zum Klassiker.“ Das Bungalowdorf auf der Düne wird den Plänen zufolge vergrößert. 2013 sollen weitere Häuser gebaut werden. Insgesamt sind auf Helgoland in den nächsten fünf Jahren 300 zusätzliche Betten geplant.

dpa

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