Unterschriftenaktion gegen Klubhaus

Hells Angels in Celle unerwünscht

+
Foto: Bürger und Stadtverwaltung wollen ein Klubhaus der Hells Angels in Celle verhindern.

Celle/Soltau - In Celle wächst der Widerstand gegen ein neues Klubhaus der Hells Angels. Die Stadt werde mit einem „Weg der tausend Nadelstiche“ die Ansiedlung der Rocker in einem Einkaufszentrum im Ortsteil Westercelle zu verhindern versuchen, kündigte Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende an.

„Wir stehen der Sache ausgesprochen kritisch gegenüber“, sagte er der HAZ. Mit einer „sehr restriktiven“ Auslegung des Baurechts lasse sich die vor einigen Wochen bekannt gewordene geplante Ansiedlung vielleicht noch verhindern.

Unterdessen sammelt eine Initiative im Stadtgebiet Unterschriften. Die Gruppe ist aus einer Bürgerversammlung hervorgegangen. Sie befürchtet, wie Ortsbürgermeister Reinhold Wilhelms erläutert, außer Motorradlärm auch den Einzug organisierter Kriminalität in das Wohnviertel. „Der Oberbürgermeister und ich haben als Erste unterschrieben“, berichtete Wilhelms. Der Versuch, den Verpächter der zukünftigen Klubräume noch umzustimmen, ist mittlerweile gescheitert. Oberbürgermeister Mende äußerte daher Zweifel an dessen Darstellung, er habe bei der Anmietung der früheren Gaststätte nicht gewusst, dass sich hinter einem „Strohmann“ die Hells Angels verbergen.

Im Heidekreis wurde in dieser Woche eine „Sicherheitspartnerschaft“ der Polizei mit allen Kommunen unterzeichnet, um Ansiedlungen rechtzeitig entgegentreten zu können. So könnten nun etwa „Strohmänner“ bei Mietanfragen besser als solche erkannt werden, sagte ein Polizeisprecher. In Celle gibt es einen solchen Sicherheitspakt schon seit Längerem. Den Mietvertrag zwischen einem privaten Vermieter und den Hells Angels konnte er jedoch nicht verhindern. Die Generalstaatsanwaltschaft in Braunschweig hat unterdessen im Zuge der Ermittlungen gegen Frank Hanebuth und andere Hells Angels auf Mallorca einen Mann aus dem Kreis Wolfenbüttel an Spanien ausgeliefert.

Kommentare