Königlicher Nachwuchs

Herzogin Kate bringt Mädchen zur Welt

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Foto: Herzogin Kate, die Ehefrau von Prinz William (rechts), hat am Sonnabend ein Mädchen zur Welt gebracht.

London - Die Briten sind entzückt und Prinz William „sehr glücklich“. Herzogin Kate hat eine Tochter zur Welt gebracht. Ihre erste Nacht wird die Prinzessin bei den Eltern und Bruder George zu Hause verbringen. Und für die Weltpresse hat die Kleine auch schon erfolgreich posiert.

Die Briten feiern mit ihren Royals: Prinz William und seine Frau Kate sind Eltern einer Prinzessin geworden. Kate brachte das Mädchen am Samstag in London zur Welt. Nicht ganz zehn Stunden nach der Geburt präsentierten die Eltern das schlafende Neugeborene bereits der Öffentlichkeit und posierten glücklich lächelnd vor der Tür des Krankenhauses. Anschließend fuhren sie in ihre Wohnung im Kensington-Palast. Dort erwartete der gut 21 Monate alte Prinz George die kleine Schwester, die er zuvor in der Klinik kennengelernt hatte.

Prinz William (32) sei bei der Geburt an der Seite seiner Frau (33) gewesen, teilte der Palast mit. Das Töchterchen wog bei der Entbindung 3714 Gramm. Die vor dem Krankenhaus versammelten Royalisten reagierten mit Freudengesängen auf die Nachricht und begleiteten auch den ersten öffentlichen Auftritt des royalen Nachwuchses mit lautem Jubel.

Vor dem Buckingham-Palast, Dienstsitz von Queen Elizabeth II. (89), wurde nach alter Tradition eine Staffelei mit der frohen Kunde aufgestellt. „Ihre Königliche Hoheit, die Herzogin von Cambridge, wurde um 8.34 Uhr sicher von einem Mädchen entbunden. Ihrer Königlichen Hoheit und ihrem Kind geht es gut“, steht darauf zu lesen. Tausende drängten sich vor den Palasttoren, um einen Blick auf die Bekanntmachung zu erhaschen.

William hatte Kate auf der Fahrt vom Palast zum St. Mary's Hospital im Londoner Stadtteil Paddington begleitet, wie der Kensington-Palast am Morgen mitgeteilt hatte. „Ihre Königliche Hoheit, die Herzogin von Cambridge, wurde um 6 Uhr (Ortszeit) ins Krankenhaus gebracht und befindet sich im frühen Stadium der Wehen“, hieß es.

Alles sei normal gelaufen. Am Nachmittag verließ William die Klinik, um Söhnchen George im Kensington-Palast abzuholen. Er sei „sehr glücklich“, ließ er die Journalisten im Gehen wissen. Wenig später kehrte er mit dem Sohn zurück, der kurze Hosen und Seitenscheitel trug und auf dem Arm seines Vaters brav in die Kameras winkte. Vor gut 30 Jahren hatte William selbst als Zweijähriger seinen neugeborenen Bruder Harry im selben Krankenhaus besucht.

Auch Prinz George war im privaten Lindo-Flügel des Krankenhauses zur Welt gekommen. Im Sommer vor zwei Jahren hatte es von der ersten Mitteilung des Palastes bis zur Bekanntgabe der Geburt mehr als zehn Stunden gedauert. Beim zweiten Kind ging es nun deutlich schneller.

Für die 89 Jahre alte Monarchin Elizabeth II. ist das noch namenlose Mädchen der fünfte Urenkel, für ihren ältesten Sohn Prinz Charles der zweite Enkel nach Prinz George. Premierminister David Cameron, der um seine Wiederwahl am kommenden Donnerstag kämpft, wünschte schon vor der Geburt als einer der ersten viel Glück: „Das ganze Land wünscht ihr alles Gute“, schrieb der Regierungschef auf Twitter. Auch die Marine schickte Grüße: Auf dem Kriegsschiff „HMS Lancaster“ nahmen Matrosen so Aufstellung, dass aus der Luft der Schriftzug „Sister“ (Schwester) zu erkennen war.

Vor dem Krankenhaus hatten sich im Laufe des Tages Hunderte Schaulustige und Journalisten versammelt. Die 44-jährige Angela Hinze aus Schwerin und die 42-jährige Ramona Fengler aus Gummersbach mit ihren beiden Kindern Charlotte (12) und Johannes (10) gerieten auf ihrem Tagestrip nach London eher zufällig in den royalen Rummel vor dem Krankenhaus. „Jetzt können wir sagen: Wir waren da, am Tag der Tage“, sagte Hinze.

Briten wetten auf ein Mädchen

Die Briten hatten in den Wettbüros eher auf ein Mädchen gesetzt - und recht behalten. Auch Prinz Charles (66) hatte gesagt, er wünsche sich eine Prinzessin. Am Samstag ließ er mitteilen, er sei „hocherfreut“ über die Geburt seiner Enkelin. Bis der Name der Neugeborenen bekanntgegeben wird, dauert es voraussichtlich noch mehrere Tage. Die Taufe soll erst in einigen Monaten stattfinden.

Einen berechneten Geburtstermin hatte der Palast nicht bekanntgegeben, Kate selbst hatte aber von Mitte bis Ende April gesprochen. Die Bekanntgabe der Schwangerschaft lag 237 Tage vor dem Einsetzen der Wehen. Britische Zeitungen hatten zuletzt spekuliert, die Geburt sei eine Woche überfällig. Vor Georges Geburt 2013 hatten Medien das Krankenhaus wochenlang geradezu belagert. Diesmal durften sie den abgesperrten Bereich erst beziehen, als Kate bereits im Krankenhaus war. Allerdings hatten hartgesottene Royal-Fans schon seit zwei Wochen vor der Klinik campiert.

Das neugeborene Mädchen wird voraussichtlich nie Königin werden. Es wird hinter seinem Bruder George auf Platz vier der Thronfolge stehen. Onkel Prinz Harry, der in Australien von der Ankunft seiner Nichte erfuhr, rückt nach hinten auf Platz fünf.

Von Britta Schultejans/dpa

Viel Trubel bei der Geburt von George

Schon bei der Geburt des ersten Kindes von William und Kate im Juli 2013 gab es viel Trubel in Großbritannien. Seit der kleine George auf der Welt ist, verzückt er die royalen Fans. Doch die Eltern achten darauf, dass er nicht allzu oft in der Öffentlichkeit präsentiert wird.

George wird im Juli seinen zweiten Geburtstag feiern - doch obwohl seine Eltern zu den berühmtesten Paaren der Welt gehören, gibt es kaum Fotos von ihm und noch weniger öffentliche Auftritte.

Die Abneigung Williams und seines jüngeren Bruders Harry gegen Paparazzi ist bekannt: Vor allem der Ältere mache die Presse für den tragischen Unfalltod ihrer Mutter Diana auf der Flucht vor aufdringlichen Fotografen im August 1997 verantwortlich, sagt Judy Wade, die Royal-Berichterstatterin des Magazins "Hello!".

Von Britta Schultejans, Michael Donhauser und Teresa Dapp/dpa

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