Seehundstation

Heuler schwimmen in die Freiheit

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Von der Schubkarre in die Freiheit ging es für die ersten Heuler der Seehundstation Norddeich.

Norddeich - Gaby, Heinz und Happy sind wieder fit: Die ersten verwaisten Seehunde (Heuler) der Saison sind nach gut 40 Tagen Vollpension wieder in der Nordsee unterwegs. In der Seehundstation Norddeich haben die Jungtiere dank guter Pflege und Aufzucht mehr als zehn Kilogramm zugelegt.

Die Meeressäuger sollten am Montagabend auf Sandbänken vor den ostfriesischen Inseln Norderney und Juist ausgesetzt werden. Junge Seehunde werden häufig für verwaist gehalten, obwohl die Muttertiere sie nur für kurze Zeit an den Stränden zurücklassen und eigentlich zurückkehren wollen. Indem Menschen sich währenddessen den jungen Seehunden nähern, vertreiben sie aber die Muttertiere.

Seit mehr als 40 Jahren bereiten Tierpfleger in der Station Norddeich jährlich bis zu 150 mütterlose Seehunde und vereinzelt auch Kegelrobben auf ihr Leben in der Nordsee vor. In diesem Jahr werden 136 Seehunde (2013: 143) aufgezogen. Davon waren 44 Tiere nicht überlebensfähig und mussten eingeschläfert werden.

Die Station in Norddeich ist zuständig für das gesamte Niedersächsische Wattenmeer, das als Nationalpark, Biosphärenreservat und Weltnaturerbe besonderen Schutz genießt. Besucher können in der naturnah gestalteten Beckenanlage Seehunde auf den Liegeflächen, im und unter Wasser beobachten. Eine große Ausstellung zeigt das Leben der Meeressäuger und ihren natürlichen Lebensraum Wattenmeer.

Seehunde und Kegelrobben gehören zu den größten deutschen Raubtieren. Nach zwei großen Epidemien ist der Seehund-Bestand seit 1979 von 1109 Tieren auf 8082 im vergangenen Jahr wieder gestiegen. Die Zahlen für dieses Jahr stehen erst nach dem letzten Zählflug am 18. August fest.

dpa

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