Hoffen auf Wärme

Hoch „Sabine“ soll den Sommer bringen

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Foto: Der Frühling ist meterologisch gesehen schon fast vorbei. Da bleibt nur die Hoffnung, dass der Sommer besser wird.

Frankfurt am Main - Frühling? Welcher Frühling? Regen überall, auch die Heizung läuft wieder. Sattes Grün draußen, aber die Temperaturen locken nicht ins Freie. Alle hoffen auf den Sommer. Vorerst vergeblich.

Prinzip Hoffnung: Der Frühling ist abgeschrieben, die Erwartungen an den Sommer sind riesengroß. Es könne nur besser werden, meinen viele, die sich im Mai in den Herbst versetzt fühlten. Das Schild an der Tür einer Frankfurter Kita fasst den Frust zusammen: „Der kleine November möchte aus dem Mai abgeholt werden.“ Dieser Spruch kursiert seit Tagen bei Twitter. Der Wonnemonat folgte auf den trübsten Winter seit Beginn der Aufzeichnungen vor über 60 Jahren, und er brachte nach einem extrem kalten März und einem durchwachsenen April mancherorts rekordverdächtige Regenmengen.

Der meteorologische Sommerbeginn am Samstag (1. Juni) werde sich auch noch nicht nach Sommer anfühlen, sagen die Wetterexperten voraus. Stattdessen kommt neuer Regen, nachdem die Mitte Deutschlands am Dienstag bei Sonnenschein unter Zwischenhocheinfluss kam. „Zwischenbläue“ nannte Uwe Kirsche, Pressesprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD), den kurzen Lichtblick am Himmel. Ein richtiges Hochdruckgebiet, das die Wende bringen könnte, ist nicht in Sicht. Immerhin steht sein Name schon fest. Im Alphabet ist das „S“ dran, deshalb wird es „Sabine“ heißen.

Eine Prognose für den ganzen Sommer sei völlig unmöglich, unterstrich Kirsche. Nach dem DWD-Jahreszeitentrend ist die Wahrscheinlichkeit für einen „kalten“, „mittleren“ oder „warmen“ Sommer in etwa gleich. Alle drei Möglichkeiten liegen im Bereich der Zufallstrefferquote von 33 Prozent. „Eine stabile Urlaubsplanung ist damit zumindest für unsere Breiten nicht möglich“, sagte Kirsche.

Das bislang letzte Hochdruckgebiet, das Deutschland für einige Tage Sonnenschein bescherte, war „Regine“, das am 29. April auf den Wetterkarten auftauchte. Seitdem gab es nach Angaben des Meteorologischen Instituts der Berliner FU, das die Namen für Hochs und Tiefs vergibt, zehn Tiefdruckgebiete, das aktuelle heißt „Erdmann“. Hoch „Sabine“ lasse weiter auf sich warten, sagte FU-Meteorologe Jürgen Heise.

Vorerst dominieren weiter die Tiefdruckgebiete, die zwischen zwei weit entfernten Hochdruckgebieten im Osten und Westen reihenweise von Norden übers Land ziehen und Massen feucht-kalter Meeresluft abladen. „Deutschland ist die Kältetruhe Europas“, sagte der DWD-Meteorologe Lars Kirchhübel.

Zu trüb, zu nass und zu kalt - der Frühling 2013 ist in Deutschland ins Wasser gefallen. „Der Eindruck täuscht nicht: Gefühlt und gemessen stimmen überein“, sagte DWD-Sprecher Kirsche. Schon seit Jahresbeginn habe es extrem wenig Sonnenschein gegeben. Von Januar bis Mai zählten die Meteorologen nach eigenen Angaben rund 450 Sonnenstunden. Damit gehöre diese Periode zu den drei trübsten Einstiegen ins Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen vor mehr als 60 Jahren. Noch weniger Sonnenschein hatte es 1970 mit 444 Stunden in den ersten fünf Monaten gegeben, etwa genauso trüb wie 2013 war 1983.

Der Osten war nach einer ersten Analyse leicht begünstigt: Dort war der Mai vor dem Dauerregen der vergangenen Tage nach Auskunft der Meteorologen der Freien Universität (FU) zu warm und zu trocken.

dpa

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