Gildehauser Venn

Hunderte Helfer löschen Feuer in Moorgebiet

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Seit Montag ist die Feuerwehr in dem Moorgebiet im Einsatz.

Nordhorn - Das Feuer im Moor in der Grafschaft Bentheim ist gelöscht. Rund 150 Hektar Naturschutzgebiet wurden zerstört. Wodurch der Großbrand verursacht wurde, ist noch unklar.

Mehr als 16 Stunden haben 350 Helfer von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und Deutschem Roten Kreuz ein gewaltiges Feuer im Moor bekämpft. Am Dienstag konnten die Brandbekämpfer im Moor- und Heidegebiet Gildehauser Venn (Kreis Grafschaft Bentheim) aufatmen. Die Flammen waren gelöscht. Das Feuer zerstörte rund 150 Hektar des Naturschutzgebiets. „Da der Brand nur oberflächlich wütete, ist für die Natur aber kein langfristiger Schaden entstanden“, sagte Kreisbrandmeister Uwe Vermin. So sind die meisten Bäume in dem Naturschutzgebiet verschont geblieben, das zuletzt im Jahr 1996 gebrannt hatte.

Wie das Feuer am späten Montagnachmittag entstand, ist noch unklar. Ursache des Feuers könne eine achtlos weggeworfene Zigarette gewesen sein. Möglicherweise habe auch ein landwirtschaftliches Fahrzeug, das in dem Moorgebiet herumfuhr, einen Funken erzeugt, meinte Kreisbrandmeister Vermin. Passanten hatten das Feuer entdeckt und die Einsatzkräfte alarmiert. Doch das unpassierbare Moorgebiet machte es den Rettungskräften nicht einfach, schweres Löschgerät an die Brandstellen zu bekommen. Aufkommende Winde sorgten für zusätzliche Gefahren. Teilweise mussten die Feuerwehrleute knietief durchs Moor waten, um die Flammen zu bekämpfen. Gegen 23 Uhr am Montagabend wurde die Lage für alle Einsatzkräfte zu gefährlich. Große Teile zogen ab, und rund 40 Helfer verblieben als Brandwachen. Ein Polizeihubschrauber aus Hannover überflog das unübersichtliche Gebiet, in dem es zwischenzeitlich auf einer Fläche von drei Quadratkilometern brannte.

Am Dienstagmorgen nahmen dann etwa 80 Feuerwehrleute erneut den Kampf gegen die Flammen auf – mit Erfolg. Schon gegen 9 Uhr konnte das Feuer gelöscht werden. Die nachlassenden Winde und die hohe Fuftfeuchtigkeit kamen den Brandbekämpfern zu Hilfe. Viele von ihnen waren lediglich mit Feuerpatschen und Schaufeln unterwegs. Schweres Gerät mußte immer wieder mit Quads an die meist unzugänglichen Brandstellen gebracht werden.Am Dienstagnachmittag konnten alle Einsatzkräfte abgezogen werden. Allerdings kontrollieren noch Brandwachen in regelmäßigen Abständen das riesige Gebiet, um ein erneutes Aufflackern zu verhindern.

Die Region hat Glück gehabt, dass es sich bei dem Feuer um einen Oberflächenbrand handelte. So etwas könne laut Elke Schnieders, Leiterin der Unteren Naturschutzbehörde der Grafschaft Bentheim, sogar sinnvoll sein, da sich die abgebrannten Heidebestände verjüngten und unerwünschte Büsche abbrennen würden. Für die Einsatzkräfte aus Bad Bentheim und den umliegenden Orten war die Arbeit damit lange nicht vorbei: Allein 5000 Meter Schlauch mussten wieder aufgerollt und verpackt werden.

Torf brennt besonders gut

Moorbrände sind schwierig zu löschen. Die Flammen lodern oftmals unterirdisch weiter und erreichen trockene Torfschichten, zu denen das Löschwasser nicht gelangt. Die komprimierte Oberfläche des Moores verhindert ein Eindringen des Löschwassers in die tiefer liegenden Torfschichten. Auch nützt es wenig, die Oberfläche aufzureißen, um die unterirdischen Brände zu löschen, erläutert Frank Behrens, Sprecher der Feuerwehr Hannover.

Trotz der im Vergleich zur vergangenen Woche etwas kühleren Witterung herrscht in Niedersachsen noch immer Waldbrandgefahr, allerdings nur noch auf ihrer niedrigsten Stufe. Der Waldbrandindex reicht von den Stufen 1 (sehr geringe Gefahr) bis 5 (sehr hohe Gefahr). Er soll Donnerstag auf die Stufe 3 ansteigen (mittlere Gefahr).

Der Gefahrenindex dient zur Information der Landesbehörden und der Feuerwehr, um bei einer hohen Gefährdung vorbereitet zu sein. Zur Bestimmung der Gefahrenstufe spielen die Faktoren Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Niederschlag eine entscheidende Rolle.

Björn Ludewigs

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