Nicht nass, aber windig

Hurricane-Festival gestartet

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Scheeßel - In Scheeßel hat am Freitag das 18. Hurricane-Festival begonnen - ausnahmsweise ohne Regen. Stattdessen war es zum Auftakt windig. Bis Sonntag warten zahlreiche musikalische Höhepunkte auf die Fans.

Echte Rockfans stehen auf extreme Wetterbedingungen. Viele der rund 60.000 Besucher sind mit der Erinnerung an sintflutartige Regenfälle und verschlammte Parkplätze zum 18. Hurricane-Festival nach Scheeßel (Landkreis Rotenburg) gekommen.

Am Freitagnachmittag wurden sie jedoch von einigen Windböen empfangen - für viele eine Enttäuschung. „Entweder es regnet ordentlich oder die Sonne muss brüten. Das macht doch ein Festival erst aus“, sagte Jan (23) aus Castrop-Rauxel. Trotzdem fieberten er und zahlreiche Fans bereits dem Höhepunkt des ersten Tages entgegen: Einem Auftritt der kanadischen Indieformation Arcade Fire.Bereits am Nachmittag machten die ersten Bands den Auftakt. Mehr als 90 Gruppen aus den Bereichen Rock, Pop und Electro werden bis Sonntagabend folgen. Neben Arcade Fire sind Seeed, Volbeat sowie Macklemore & Ryan Lewis die Headliner. „Ich freue mich besonders auf die Band Volbeat. Bei denen wird ordentlich gerockt auf der Bühne“, meinte der 24-jährige Tobias. Er ist lediglich mit einer Windel und einem durchsichtigen Operationskittel bekleidet. „Ich arbeite in einem Krankenhaus. Da habe ich die Sachen einfach mal mitgenommen“, erklärte er. Bunte Kostüme laufen einem permanent über den Weg - vom Affen bis zum Mönch ist fast alles dabei.

Mehr als tausend Helfer waren über eine Woche lang damit beschäftigt, vier große Bühnen und zahlreiche Zelte für Presse, Catering und VIP-Gäste aufzubauen. Dazu wird das Gelände von zahlreichen Imbiss- und Getränkeständen gesäumt. „Hier steckt schon sehr viel Arbeit drin. Aber wir machen das ja nicht zum ersten Mal“, sagte Festival- Sprecherin Katja Wittenstein. Damit sich die Musikfans fast wie zu Hause fühlen, wurde neben fast 2000 Toiletten und über 500 Duschen erstmals auch ein mobiler Supermarkt aufgestellt. „Da gibt es fast alles, was es auch im normalen Supermarkt gibt. Aber den größten Anteil machen natürlich Bier und Grillkohle aus“, sagte Wittenstein.

Neben ausreichend Gerstensaft und der breiten musikalischen Auswahl schätzen viele Festivalbesucher die entspannte Atmosphäre auf dem Hurricane. „Hier ist es ruhig, friedlich und völlig stressfrei. Ich komme jedes Jahr gerne wieder“, sagte die 29-jährige Deike aus Hamburg, die zum dritten Mal in Scheeßel ist.

Auch die Polizei erlebte einen entspannten Start in das Wochenende. „Bis auf ein paar kleinere Diebstähle war noch nichts dabei“, sagte Polizeisprecher Heiner van der Werp. Starke Regenfälle wie im vergangenen Jahr könnten die Organisatoren jedoch noch ins Schwitzen bringen. Einige Rockfans würde es freuen.

dpa

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