Hann.Münden bis zur Nordsee

Immer mehr E-Bikes auf dem Weser-Radweg

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Der Weser-Radweg steht bei Radfahrern hoch im Kurs.

Polle - Der 500 Kilometer lange Weser-Radweg von Hann.Münden bis zur Nordsee erfreut sich großer Beliebtheit. Für die Tourismus-Wirtschaft vor allem im Weserbergland ist er ein Juwel. Für zusätzlichen Schub sollen jetzt E-Bikes sorgen.

Es ist heiß. Und der Weg hinauf zur Burg Polle hoch über dem Wesertal ist steil. Zwei sportliche Herren auf Rennrädern mühen sich schwitzend. Es ist eine Freude, locker tretend an ihnen vorbeizuziehen - und keine große Mühe. Denn der Elektroantrieb des E-Bikes gibt zusätzlichen Schub. Wenn es nach der Geschäftsführerin der Weserbergland-Tourismusorganisation Petra Wegener geht, wird es Szenen wie diese auf den Anstiegen links und rechts des Weser-Radweges künftig immer häufiger geben.

„Der Weser-Radweg ist Deutschlands erster Radfernweg, der sich speziell auch auf E-Biker eingestellt hat“, sagt Wegener. Von Hann.Münden bis Bremen gebe es mittlerweile zahlreiche Stationen, an denen E-Bikes ausgeliehen und leere gegen volle Akkus getauscht werden könnten. Und das Konzept scheint erfolgreich zu sein. „Es gibt immer mehr Interessenten und Nutzer“, sagt Wegener.

Dabei kann ein Fahrrad mit zusätzlichem Elektromotor das Fahrvergnügen nicht nur auf den Steilstücken in den Weserbergen, sondern auch auf den Flachetappen direkt am Fluss erhöhen. Wer bei sommerlicher Hitze den Motor aktiviert, kann es leicht auf Tempo 30 bringen, was für angenehm kühlenden Fahrtwind sorgt.

Unabhängig von der steigenden Zahl von E-Bikern ist der Weser-Radweg nach Ansicht von Wegener schon jetzt „das wichtigste Tourismus-Produkt an der Weser“. „Der Radweg ist für uns Gold wert“, sagt zum Beispiel auch der Leiter des Münchhausenmuseums in Bodenwerder, Werner Koch. „Viele Radler machen bei uns Station“.

Hotelier Peter Ebert, der in der Münchhausen-Stadt das „Deutsche Haus“ betreibt, formuliert es noch deutlicher: „Ohne den Weserradweg wären wir aufgeschmissen“. An Wochenenden logierten bei ihm bis zu 60 Radfahrer und sorgten für gute Geschäfte. Und die essen, trinken und übernachten, bevor sie am nächsten Moren schnell wieder weg sind. Wer um 9 Uhr zum Frühstück kommt, hat das Buffet fast für sich allein. Die Radfahrer sind dann schon längst wieder unterwegs.

Es laufe extrem gut, so der Hotelier. „Wir haben einen echten Radfahrer-Boom.“ Gefragt sei vor allem auch Radeln ohne Gepäck. Dabei fahren die Touristen von Hotel zu Hotel und lassen sich ihre Koffer nachbringen.

Darauf haben sich auch die örtlichen Tourismus-Organisationen eingestellt. Die Solling-Vogler-Region im südlichen Teil des Weserberglandes zum Beispiel bietet komplette Reisen für Radfahrer, aber auch für E-Biker an. Eine fünftägige Tour von Hann.Münden bis Hameln in Tagesetappen von 30 bis 40 Kilometern zum Beispiel kostet rund 280 Euro pro Person. Dazu gibt es vom Tourismusverband ein kostenfreies Serviceheft im Fahrradtaschenformat mit Streckenbeschreibungen, Kartenausschnitten, Hinweisen zu fahrradfreundlichen Gaststätten und Infos zu Sehenswürdigkeiten.

Mit dem E-Bike sind die Etappen kein Problem. Nach rund 40 Kilometern Fahrt ab Bodenwerder und kurzen Abstechern naht das Ziel Holzminden: Keine müden Beine - und ein noch halb voller Akku.

dpa

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