Nach Öffnung des Solling-Gatters

Jäger zählen im Solling die Rothirsche

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Im Solling soll der Hirschbestand gezählt werden.

Neuhaus - Mit Scheinwerfern sind Dutzende Jäger nachts im Solling unterwegs, um Rothirsche zu zählen. Ziel der bis 2013 dauernden Aktion ist es, einen genauen Überblick über den Bestand zu bekommen.

Gut zehn Jahre nach der Öffnung des sogenannten Solling-Gatters wollen Jäger erstmals den Rotwildbestand in der Mittelgebirgsregion genau erfassen. Nächtliche Zählaktionen sollen Klarheit über die Zahl der Hirsche schaffen.

Bislang gebe es nur vage Schätzungen, sagte der Wildbiologe Karsten Hupe, der das Projekt der Rotwild-Hegegemeinschaft wissenschaftlich begleitet. Danach leben im Solling derzeit etwa 800 Hirsche. In Niedersachsen gibt es nur in der Heide und im Harz größere Populationen.

Als es das Solling-Gatter noch gab, sei es leicht gewesen, den Bestand zu erfassen und zu regulieren, sagte Hupe. Der 145 Kilometer lange Zaun war im Jahr 1880 errichtet worden, um die umliegenden Äcker und Forste vor Schäden durch Rotwild zu schützen. Im Jahr 2001 hatte die Forstverwaltung dann aber beschlossen, das Gatter wegen der jährlichen Unterhaltungskosten von mehr als 100.000 Euro und der angestrebten naturnahen Waldentwicklung abzubauen.

„Seither haben sich die Hirsche einen deutlich größeren Lebensraum auch außerhalb des früheren Gatters erobert“, sagte Hupe. Deshalb herrsche auch Unklarheit über den tatsächlichen Rotwildbestand im Solling.

Ziel der von der Landesjägerschaft finanzierten Aktion sei es nun, den Bestand möglichst exakt zu erfassen, um die jährliche Abschusszahl besser festlegen zu können. Im abgelaufenen Jagdjahr waren in den Landkreisen Northeim und Holzminden zusammen rund 260 Hirsche erlegt worden. Ob diese Zahl ausreiche, um den Bestand zu regulieren, wisse man derzeit nicht, sagte der Wildbiologe.

Bei den einzelnen Zählaktionen ziehen Dutzende Helfer nachts mit Scheinwerfern in die Natur. Sie leuchten die Feldflur und die Waldränder im Solling ab und zählen alle Hirsche, die in die Lichtkegel geraten. Bis 2013 sind noch mehrere entsprechende Aktionen geplant.

Zu der Rotwild-Hegegemeinschaft Solling haben sich staatliche und private Förster und Jäger zusammengeschlossen. Die Gesamtgröße ihrer Reviere beträgt rund 55.000 Hektar.

dpa

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