Drogenkrieg in Mexiko

900 Jahre Haft für Mord an 27 Bauern

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Foto: Szene einer Drogenrazzia in Mexiko.

Guatemala-Stadt - Der mexikanische Drogenkrieg hat die Grenzen des mittelamerikanischen Landes überschritten. Ein Gericht in Guatemala ahndete jetzt das Massaker einer Bande mit beachtlichen Haftstrafen

Ein Gericht in Guatemala hat neun Bandenmitglieder wegen eines Massakers an 27 Bauern im Norden des Landes zu insgesamt über 900 Jahren Haft verurteilt. Die Männer erhielten am Freitag Freiheitsstrafen von jeweils zwischen 106 und 114 Jahren, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Nach guatemaltekischem Recht müssen die Verurteilten allerdings maximal 50 Jahre ihrer Strafe absitzen. Die drei Mexikaner unter den Verurteilten werden in ihr Heimatland abgeschoben.

Im Mai 2011 hatten die Mitglieder des Verbrechersyndikats Los Zetas die Finca des verfeindeten Drogenhändlers Otto Salguero im Department Petén überfallen. Er sollte Rauschgift und Geld von der Bande gestohlen haben. Als sie den Mann nicht antrafen, entführten und töteten sie 27 seiner Landarbeiter. Die meisten wurden geköpft. Mit dem Blut ihrer Opfer schrieben sie an die Wand eines Hauses auf der Finca: „Otto Salguero, Bastard, wir finden dich und dir wird das Gleiche geschehen.“

Die Bande Los Zetas stammt aus Mexiko und rekrutiert sich vor allem aus ehemaligen Mitgliedern von Spezialeinheiten der Streitkräfte und der Polizei. Sie gilt als ausgesprochen brutal und kontrolliert im Osten Mexikos den Drogen- und Menschenhandel. Zuletzt weitete sie ihren Einflussbereich auf Mittelamerika aus.

dpa

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