Nach sintflutartigen Regenfällen

Japan: Soldaten retten Flutopfer von Dächern

+
Foto: Flutopfer warten auf dem Dach ihres Hauses auf Rettung.

Tokio - In Japan müssen sich rund 150.000 Menschen in Sicherheit bringen, nachdem sintflutartige Regenfälle große Gebiete im Osten des Landes überflutet haben. Dabei spielen sich dramatische Szenen ab.

Heftiger Regen hat im Osten Japans gewaltige Überschwemmungen und Erdrutsche verursacht. In teils dramatischen Rettungsaktionen wurden mehr als hundertMenschen in Joso in der mit am schwersten betroffenen Provinz Ibaraki mit Helikoptern und Booten von Dächern und Balkonen ihrer Häuser gerettet. Am späten Abend (Ortszeit) wurden noch mindestens neun Menschen vermisst.

Schätzungen zufolge drang das Wasser inTausende vonHaushalten ein, als Uferbefestigungen und Deiche des Flusses Kinugawa nachgaben. Dutzende von Quadratkilometern wurden überschwemmt, Häuser, Bäume und Autos fortgerissen. Fast 7000 Häuser wurden beschädigt.Rund 150.000 Menschen im Osten des Inselreichswaren aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen.

Hilfe-Rufe vom Dach aus

Luftaufnahmen von den schweren Überschwemmungen erinnerten an die Tsunami-Katastrophe, die die Region vor viereinhalb Jahren heimsuchte und bei der rund 18.500 Menschen ums Leben kamen. Das japanische Fernsehen zeigte am Donnerstag Szenen, wie Menschen in Ibaraki und der ebenfalls schwer betroffenen ProvinzTochigi mit Tüchern von Balkonen und Dächern ihrer Häuser um Hilfe riefen.

Opfer schilderten, wie ihnen dasWasser innerhalb von nur wenigen Minuten bis zur Hüfte stand. Rettungskräfteund Soldaten setzten Helikopter und Schlauchboote ein, um Bewohnerin Sicherheit zu bringen.Viele warteten nochspät am Tag auf ihreRettung.

Wasser bedroht Kraftwerk

Lokalen Medienberichten zufolge wurden mindestens 20 Menschen verletzt, einige schwer. Mindestens eine Person soll von den Fluten fortgerissen worden sein. In der auch unter ausländischen Touristen beliebten Ausflugsregion Nikko wurde ein Hotelschwer beschädigt. Auch ein Fluss in der Provinz Fukushima trat über die Ufer und schnitt Hunderte von Haushalten von der Umwelt ab.

In Fukushima liegt auch das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi, in dem es 2011 in Folge einer Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe zum Gau gekommen war.Wegen der Regenfälle drohte Wasser vom Gelände der Atomruine ins Meer zu fließen. Ein Regierungssprecher erklärte jedoch, die Strahlung des Regenwassers liege"ausreichend" unter den zulässigenGrenzwerten.

Eine der Ursachen der teils rekordhohen Regenfälleistein Taifun, der am Vortag über Zentraljapan hinweggezogen war.Obgleich der Sturm später über dem Meer zu einer Tiefdruckzone abklang, warnte die Meteorologische Behörde für den Osten und Nordosten vor denGefahren durch denstarken Regen. Auch imRaum Tokio wurde noch bis zum frühen Freitag weitererstarker Regen erwartet.

Von Lars Nicolaysen

9374387

Kommentare