Studienabbrecher

Jeder Dritte scheitert an der Hochschule

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Foto: Etwa 28 Prozent aller Studenten verlassen bundesweit eine Hochschule ohne Abschluss – in Niedersachsen soll sich das jetzt ändern.

Hannover - Das Land Niedersachsen will die Abbrecherquote an Hochschulen senken. Hautgründe für den Ausstieg sind Leistungs- und Geldprobleme. Durch den Wegfall der Studiengebühren ab dem Wintersemester 2014/15 würden die Studierenden deutlich entlastet.

Etwa jeder dritte Student, der sich an einer Hochschule einschreibt, verlässt diese vorzeitig. Bundesweiten Untersuchungen zufolge brechen etwa 28 Prozent ihr Studium ab, in den naturwissenschaftlichen Fächern sogar noch mehr: In Mathematik scheitern 37, in den Ingenieurswissenschaften 36 Prozent. Hauptgründe für den Ausstieg sind mangelnde Leistung, finanzielle Probleme und fehlende Studienmotivation. Auf Niedersachsen übertragen bedeuten diese Zahlen, dass von 36 000 Studienanfängern rund 10 000 ihre Hochschulkarriere abbrechen.

Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic (Grüne) nennt die Entwicklung alarmierend. Die Abbrecherquote müsse dringend gesenkt werden, fordert sie. „Der Schlüssel zum Erfolg liegt in einer guten Qualität von Studium und Lehre sowie einer gesicherten Studienfinanzierung.“ Durch den Wegfall der Studiengebühren ab dem Wintersemester 2014/15 würden die Studierenden deutlich entlastet.

Die Ministerin will auch die Hochschulen in die Pflicht nehmen, um mehr Studierende an den Unis zu halten. Sie sollen Lehr- und Lernprogramme anbieten, Tutorien einrichten, die Studien- und Berufsberatung ausbauen. Konkrete Zahlen, wie viele Studenten insgesamt im Land oder an einer jeweiligen Hochschule vorzeitig aufhören, liegen aus Datenschutzgründen nicht vor. Die Hochschulen könnten Abbrechern aber freiwillige Fragebögen mitgeben und sich nach Gründen für den Ausstieg erkundigen, regt die Ministerin an.

Schon jetzt gebe es eine Vielzahl von Hilfsangeboten, sagt Heinen-Kljajic. „Ich kenne keine Hochschule, die das Problem nicht ernst nimmt.“ Derzeit lässt das Land Daten erheben, welche Anstrengungen Universitäten und Fachhochschulen bereits unternehmen, um potenzielle Studienabbrecher zu unterstützen. Die Ergebnisse sollen bei einer Konferenz am 8. Oktober in Hannover vorgestellt werden.

Studierende, die ihre Ausbildung im ersten oder zweiten Semester abbrächen, hätten sich oft vorher nur unzureichend über ihr Studienfach und die Inhalte informiert, sagt Christiane Maurer von der psychologisch-therapeutischen Beratungsstelle der Leibniz Universität Hannover. „Wer ein schwaches Abitur und wenig Mathematikkenntnisse hat, sollte nicht unbedingt ein Maschinenbaustudium wählen.“ Wenn Fächer nicht nach Interesse und Fähigkeit, sondern danach ausgesucht würden, was die Freundin, der beste Kumpel oder die Eltern genommen hätten oder wie gut die Berufsaussichten seien, sei das nicht unbedingt eine gute Wahl, sagt Maurer.

Abbrecher könnten auch gezielt für eine Lehre geworben werden, sagt Heinen-Kljajic und verweist auf Programme wie „Meister statt Master“ der Handwerkskammern oder „IT-Neustart“ der Industrie- und Handelskammer Hannover. Die Leistungen aus der Studienzeit müssten in solchen Fällen für die Ausbildung angerechnet werden.

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