Bendestorf-Filmstudios werden abgerissen

Jetzt ist Schluss

Die Knef spielte in Niedersachsen „Die Sünderin“.

Hannover - Heinz Rühmann, Hildegard Knef oder Hardy Krüger - sie alle haben schon Filme in Niedersachsen, in den Studios in Bendestorf gedreht. Jetzt ist Schluss. Die Studios werden abgerissen. Nur ein kleiner Gebäudeteil ist von einem Förderverein gekauft worden, der plant hier eine museale Einrichtung.

Bendestorf ist ein kleiner Ort im Kreis Harburg, ganz nah an Hamburg und irgendwie auch ganz nah an der weiten Welt. In Bendestorf, liebevoll Heide-Hollywood genannt, wurde deutsche Filmgeschichte geschrieben: Heinz Rühmann, Hardy Krüger oder Will Quadflieg - sie alle standen in den fünfziger und sechziger Jahren in den Filmstudios Bendestorf vor der Kamera. Willi Forst drehte hier 1951 mit Hildegard Knef „Die Sünderin“, ein Film, der damals für großen Wirbel sorgte.

Davon ist in Bendestorf nichts mehr zu spüren. Zuletzt wurde hier 2012 „Eine mörderische Entscheidung“ mit Matthias Brandt gedreht, ein Film über Oberst Klein, Bundeswehrkommandeur in Kundus. Und weil schon lange kein Strom mehr auf dem Gelände fließt, musste die Filmcrew eigene Generatoren zur Arbeit mitbringen. Die Studios, drei große Hallen, sollen nun abgerissen werden. Der Gemeinderat hat zugestimmt, das bislang zweckgebundene Gewerbegebiet in Bauland umzuwandeln. Es sollen Wohnungen gebaut werden.

Ist damit die Filmgeschichte zuende?Nicht ganz. Ein Förderverein hat einen Gebäudeteil vom Eigentümer Hans-Joachim Fink gekauft. Darin untergebracht das ehemalige Produzentenkino. „Natürlich hätten wir gerne mehr gerettet - wie die 1948 erbaute Produktionshalle A 1“, sagt Walfried Malleskat vom Förderverein. Der Verein plant eine museale Einrichtung samt Medienwerkstatt, Themenausstellungen und Filmvorführungen. Bis dahin muss aber noch viel, viel Geld gesammelt werden. „Das ist eine Riesenchance für Niedersachsen - wir haben hier etwas Echtes.“ Da müssten, so Malleskat, die Geldgeber doch Schlange stehen. Noch tun sie es nicht.

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