NIedersachsen

62 Jugendliche in Warnschussarrest

+
Foto: Ein Häftling steht in Hameln bei einer Besichtigung der Jugendanstalt an einem Fenster in seiner Zelle.

Hannover - Ob Fahren ohne Führerschein oder auch Missbrauch von Kindern: Jugendliche, die eine Bewährungsstrafe dafür erhalten haben, können zusätzlich bis zu vier Wochen eingesperrt werden. 62 Mal wurde eine solche Strafe seit März 2013 verhängt.

Seit der Einführung des Warnschussarrestes im März 2013 wurde die Strafmaßnahme gegen Jugendliche in Niedersachsen bislang 62 Mal verhängt. Dies geht aus einer vom Justizministerium veröffentlichen Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der FDP-Landtagsfraktion hervor. Mit dem Warnschussarrest hatte die damals schwarz-gelbe Bundesregierung das Jugendstrafrecht verschärft. Zusätzlich zu einer Jugendstrafe auf Bewährung können Straftäter seither bis zu vier Wochen lang eingesperrt werden.

Die Palette der Straftaten, die den Warnschussarresten vorausgingen, reichten laut Ministerium von Fahren ohne Führerschein und Diebstahl über Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz und Körperverletzung bis hin zu schwerem sexuellen Missbrauch von Kindern und Vergewaltigung. Ob die Jugendlichen durch den kurzfristigen Freiheitsentzug etwas gelernt hätten könne nicht gesagt werden. Wegen der "geringen Anzahl" seien im Moment noch keine Rückschlüsse auf die Effektivität des Warnschussarrestes möglich, hieß es.

Ähnlich wie in Niedersachsen sind auch in anderen Bundesländern die Zahlen vergleichsweise niedrig. Bis Ende 2013 hatte es bundesweit etwa 416 Warnschussarreste gegeben. Spitzenreiter war dabei Bayern mit 92 – in Bremen wurde er gar nicht verhängt.

dpa

Kommentare