Flugzeugabsturz

Junge Pilotin war noch in Ausbildung

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Völlig zerstört: Das Flugzeug der jungen Pilotin nach dem Absturz im Wohngebiet.

Quakenbrück - Die 17 Jahre alte Pilotin, die am Sonnabend mit einem Segelflugzeug in einem Wohngebiet in Quakenbrück im Kreis Osnabrück abstürzte und dabei getötet wurde, befand sich noch in der Ausbildung. Die junge Frau soll sich auf ihrem ersten sogenannten Alleinflug befunden haben.

Mitarbeiter des Flugplatzes in Quakenbrück wollten sich am Montag nicht dazu äußern. Alleinflüge sind auf dem Weg zum Segelflugschein aber nichts Ungewöhnliches. 15 von 25 Flugstunden müssen allein absolviert werden. Die Flugschüler dürfen sich dabei nicht beliebig weit vom Flugplatz entfernen und sind per Funk mit dem Fluglehrer verbunden.

Die 17-Jährige aus Quakenbrück wurde am Montag obduziert. Die Untersuchung wurde angeordnet, um ein eventuelles Herzversagen ausschließen zu können. Die Staatsanwaltschaft in Osnabrück geht nach dem Obduktionsergebnis von einem Unfall aus. Es steht zwar noch ein toxikologisches Gutachten aus, aber derzeit gehe man nicht von einem Fremdverschulden aus, sagte ein Sprecher. Eine körperliche Ursache wie eine Ohnmacht sei aber durch eine Obduktion nicht festzustellen. Demnach waren die Verletzungen durch den Unfall tödlich.

In dem Wohngebiet in Quakenbrück kehrt indes wieder Ruhe ein. Die Überreste des zerschellten Segelflugzeuges liegen auf dem Gelände des örtlichen Segelsportvereins. Das Technische Hilfswerk (THW) hatte sie mit Zelten vor Regen und auch neugierigen Blicken gesichert, nachdem sie das Wrack, das senkrecht an einer Hauswand lehnte, auf den Boden gelegt hatten. An vier Häusern, die das Segelflugzeug gestreift hatte, hat es zwar Spuren hinterlassen, ernsthafte Beschädigungen stellte die Polizei in Osnabrück aber nicht fest.

Ein Beauftragter des Bundesamtes für Flugunfälle in Braunschweig hat das Wrack in Augenschein genommen und Fotos angefertigt. Die Untersuchung in Quakenbrück ist abgeschlossen. „Die Steuerungstechnik bei einem Segelflugzeug ist übersichtlich“, sagt Jens Eisenreich vom Bundesamt für Flugunfälle in Braunschweig. Eisenreich hatte am Wochenende die Untersuchung in Quakenbrück koordiniert. Sollte sich bei der Untersuchung der Verdacht ergeben, dass technisch etwas nicht in Ordnung gewesen sei, dann würde das Flugzeugwrack zu weiteren Untersuchungen nach Braunschweig geliefert werden. Eisenreich rechnet damit, dass die Auswertung der in Quakenbrück gewonnenen Erkenntnisse innerhalb von Wochen abgeschlossen sein wird.

Vertreter von Segelsportverbänden fordern einen sachlichen Umgang mit solchen Unfällen. Sie lehnen auch eine Altersdiskussion ab. „Segelfliegen ist ein guter Ausgleichssport, das sollte man jungen Menschen nicht verbieten“, sagte Peter Poppe, Vorsitzender des Deutschen Ultraleicht-Segelflugverbandes. Technische Gründe könne man als Absturzursache heutzutage fast ausschließen. „Fast immer sind Flugfehler der Grund“, sagte Poppe dem „Kölner Stadtanzeiger“.

Gerd Schild

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