Vorwurf der Gruppenvergewaltigung

Justiz entlastet Dominique Strauss-Kahn

Foto: Auch wenn er der Gruppenvergewaltigung freigesprochen wurde, Dominique Strauss-Kahn muss sich noch in anhängigen Verfahren verantworten.

Lille - Die französische Staatsanwaltschaft hat ihre Vergewaltigungs-Ermittlungen gegen den früheren IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn eingestellt. Es hätten sich keine Hinweise auf eine solche Straftat ergeben.

Allerdings muss sich Strauss-Kahn noch in einigen anderen Verfahren, unter anderem wegen bandenmäßiger Zuhälterei, vor Gericht verantworten.

In der Affäre um Strauss-Kahns Teilnahme an illegalen Sex-Partys mit Prostituierten hatte die Staatsanwaltschaft nach entsprechenden Hinweisen auch wegen des Verdachts der Gruppenvergewaltigung ermittelt. Der 63-Jährige hatte solche Vorwürfe stets als haltlos bezeichnet und darauf verwiesen, dass keine der Prostituierten je Anzeige erstattet habe.Ein Ende des juristischen Ärgers bedeutet die Entscheidung der Staatsanwaltschaft allerdings nicht. Wegen bandenmäßiger Zuhälterei ist weiter ein offizielles Anklageverfahren gegen Strauss-Kahn anhängig. Er selbst bestreitet die Teilnahme an den Orgien nicht, will aber nichts davon gewusst haben, dass die beteiligten Damen bezahlt wurden. In diesem Fall müsste er keine Strafe befürchten.

Eine andere Sex-Affäre hatte die Zukunftspläne des in Frankreich kurz DSK genannte Strauss-Kahn vor knapp eineinhalb Jahren durchkreuzt. Nach Vergewaltigungsvorwürfen eines New Yorker Zimmermädchens musste er nicht nur den IWF-Chefposten, sondern auch seine Hoffnungen auf die Präsidentschaftskandidatur für die französischen Sozialisten aufgeben. Die US-Justiz stellte das strafrechtliche Verfahren zwar wegen Zweifeln an der Glaubwürdigkeit der Frau ein, eine zivilrechtliche Klage ist aber noch anhängig.

dpa

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