„Tippen tötet“

Kampagne gegen SMS-Tippen am Steuer

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Nicht zuletzt deshalb sei die Strafe für die Benutzung von Handys am Steuer im neuen Bußgeldkatalog von 40 auf 60 Euro erhöht worden. Im Vergleich zu anderen Ländern ist das jedoch noch günstig.

Hannover - Schnell noch eine SMS am Steuer tippen? Nochmal den Weg auf dem Smartphone checken? Immer wieder passieren Unfälle, weil Autofahrer abgelenkt sind. Eine Kampagne in Niedersachsen will das ändern.

Mit einer neuen Kampagne soll gezielt vor SMS-Schreiben oder Handysurfen am Steuer gewarnt werden. Nach Angaben der Landesverkehrswacht in Hannover handelt es sich um die bundesweit erste gezielte Aktion gegen Simsen am Steuer. Zum Start der niedersächsischen Kampagne am Mittwoch wird ein erstes großes Warnplakat am Messeschnellweg in Hannover aufgehängt. Der Titel der Kampagne lautet „Tippen tötet“. In anderen Staaten wie den USA gibt es bereits teils drastische Aufklärungskampagnen über die Gefahren, die vom Surfen oder SMS-Schreiben am Steuer ausgehen.

Telefonieren ist für Autofahrer zwar schon lange verboten, die Ablenkung der Verkehrsteilnehmer durch Smartphones und SMS-Schreiben habe in den vergangenen Jahre aber stark zugenommen, sagte der Sprecher des Bundesverkehrsministeriums in Berlin, Stefan Ewert. „Das ist in den letztenJahren enorm gestiegen.“ Nicht zuletzt deshalb sei die Strafe für die Benutzung von Handys am Steuer im neuen Bußgeldkatalog von 40 auf 60 Euro erhöht worden. Im Vergleich zu anderen Ländern ist das jedoch noch günstig.

Bei der Aufklärung von Unfällen hat die Polizei ein Problem:Es sei schwierig, tatsächlich festzustellen, dass das Simsen oder Telefonieren für einen Unfall die Ursache war, sagte ein Sprecher des niedersächsischen Innenministeriums. Kaum ein Autofahrer sage nach einem Crash freiwillig, dass es gekracht habe, weil er durch die Benutzung seines Smartphones abgelenkt gewesen sei. Auch aus Versicherungsgründen werde dies lieber verschwiegen.

dpa

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