In Berliner U-Bahn Tunnel

Karl Lagerfeld eröffnet Ausstellung „the little black jacket“

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Foto: Auf 113 Fotos des Modedesigners Karl Lagerfeld tragen Freunde des Hauses Chanel das klassische, schwarze Chanel-Jacket. Die Ausstellung ist vom 23.11.2012 bis zum 14.12.2012 in Berlin zu besichtigen.

Berlin - Für seinen neuen Fotoband hat Karl Lagerfeld, alle, die Rang und Namen in der Modeszene haben zusammen getrommelt – und alle tragen sie es: „das kleine schwarze Jäckchen“. In Berlin ist nun eine Austellung mit den Fotos eröffnet worden.

Karl Lagerfelds aktuelle Muse hat ein dichtes Fell und schnurrt. Es ist ein kleines weißes Kätzchen namens „Choupette“. Für seine jüngste Werbekampagne trommelte der Modeguru und künstlerische Leiter des französischen Traditionshauses Chanel aber noch einmal seine Ex-Musen zusammen: Claudia Schiffer, Linda Evangelista und andere prominente „Freunde des Hauses“ posierten für den 79-jährigen Designer in einem Chanel-Klassiker: dem „kleinen schwarzen Jäckchen“ mit aufgesteppten Taschen, Borten und Schmuckknöpfen.

Hinter der Kamera stand Lagerfeld persönlich. Als Stylistin betätigte sich die frühere Chefin der französischen „Vogue“, Carine Roitfeld. Mit seinen Aufnahmen revolutioniert der Modemacher zwar nicht die Fotografie, aber er versteht es, Menschen von ihrer Schokoladenseite zu zeigen. Auch die Werbekampagne für seine H&M-Kollektion hatte Lagerfeld 2005 selbst fotografiert. Lagerfeld mietete für seine „Little Black Jacket“-Ausstellung jetzt die als Event- und Partylocation umgenutzte architektonischen Tunnel-Fehlplanung am Potsdamer Platz. Zuvor wurde die Schau in New York, Hongkong, Moskau, dem Pariser Grand Palais oder der Saatchi Gallery in London präsentiert. Rund 300 000 Besucher sollen sie bislang gesehen haben.

Ein berühmter Lagerfeld-Ausspruch lautet: „Mode ist vergänglich, Stil niemals. Chanel ist Stil“. Doch gerade Klassiker müssen von Zeit zu Zeit entstaubt werden. Chamäleonhaft führt der Modeschöpfer die Vielseitigkeit und Anpassungsfähigkeit des für zeitlose Eleganz stehenden Jäckchens vor Augen. „Sex and the City“-Diva Sarah Jessica Parker setzt das edle Teil auf wie einen Hut, Claudia Schiffer trägt es anmutig zur weißen Servierschürze, die Schauspielerin Laetitia Casta gibt sich im „Black Jacket“ existenzialistisch, und Yoko Ono tanzt darin. „Chanel ist voller Codes und Symbole“, schwärmt die Schauspielerin Astrid Berges-Frisbey, die zum „Jacket“ ein Union-Jack-T-Shirt trägt.

Lagerfeld empfiehlt das schwarze Bouclé-Jäckchen aber auch wärmstens den Herren. Ein paar Dutzend Männer – Models, Filmregisseure, Designer, Sänger – konnte Lagerfeld vor die Kamera locken. Manche allerdings sehen im Chanel-Jäckchen, bei dem man unwillkürlich an Jacky Kennedy oder Romy Schneider denken muss, einfach nur bescheuert aus.

Kaum eine Kombination bleibt in der mehr als 100 Aufnahmen umfassenden Fotoserie ausgespart. Das „Jacket“ passt zur Biker-Kluft, zum Grunge-Look und zur Rüschenbluse. Und natürlich zur Jeans. Schon Mitte der achtziger Jahre hatte es in einem Modemagazin geheißen: „Der Gipfel des Chics ist die Kombination von Couture mit lässigem Freizeitlook. Tragen Sie das Chanel-Jacket zur Jeans.“

Für die VIP-Party gestern Abend in Berlin wurde der Tunneleingang eigens schwarz verkleidet, auf der 1200 Namen umfassenden Gästeliste standen neben lokaler Prominenz die Topmodels Laetitia Casta und Alice Dellal. Nach dem Abzug der VIPs wird das teure „Jacket“ um die Aufmerksamkeit von U-Bahn-Gästen buhlen. Sekretärinnen, die in Hochhaustürme am Potsdamer Platz arbeiten, werden vielleicht in der Mittagspause einen Abstecher in die Ausstellung machen. Oder auch ein Obdachloser auf der Suche nach einem warmen Schlafplatz.

„The Little Black Jacket“, U-3-Bahnhof und -Tunnel, Potsdamer Platz, 23. November bis 14. Dezember. Der Eintritt ist frei. Das Buch zur Ausstellung kostet 78 Euro.

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