Rätsel um Geburtstdatum

Karl Lagerfeld wird vermutlich 80

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Karl Lagerfeld behauptet über sich selbst: „Ich lache darüber, wie schlecht ich immer gelaunt bin.“

Paris - Als Fashion-Guru bestimmt er die Welt der Mode. Jeder kennt seinen Namen und weiß, was er macht. Als Mensch bleibt Karl Lagerfeld ein Rätsel - so wie sein Geburtsdatum. Am Samstag wird der „König der Maßlosigkeit" vermutlich 80.

Karl Lagerfeld wird bewundert und hofiert. In der Welt der Mode gilt er seit dem Tod von Yves Saint Laurent als Alleinherrscher. In den Medien ist der Star omnipräsent. Wer sich hinter der Stilikone mit dem weißen Mozartzopf und der Sonnenbrille wirklich versteckt, bleibt ein Rätsel - so wie sein Geburtsdatum. Nur der 10. September steht fest.

Lange kursierte 1938 als Lagerfelds Geburtsjahr. Andere Quellen sprechen von 1933. Vor wenigen Jahren datierte der Mode-Maestro das Ereignis auf 1935. Glaubt man ihm, kann man ihm jetzt zum 80. Geburtstag gratulieren.

Modezar, Fotograf, Designer, Filmemacher, Verleger und Stilikone: Frankreichs Presse nennt den gebürtigen Hamburger, der Frankreich und Paris zu seiner Wahlheimat erkorenhat, „König der Maßlosigkeit“ oder„Karl den Großen“ in Anspielung an den gleichnamigen Herrscher, der bis 814 König des Frankenreichs war, das unter ihm zu seiner größten Ausdehnung und Machtentfaltung fand.

Er habe sich schon immer für Kleider interessiert, ohne zu wissen, dass man das Mode nenne, sagte Lagerfeld einmal in einem seiner zahlreichen Interviews. Als er in der französischen Hauptstadt Mitte der 50er Jahre seine Mode-Karriere begann, arbeitete er zunächst für Namen wie Balmain, Patou und Chloé.

Sein Wechsel im Jahr 1983 zu Chanel war wegweisend. Er rüttelte die traditionsreiche Luxusmarke aus ihrem Dornröschenschlaf. Die typischen Tweedstoff-Jacken poppte er mit Bändern und Fransen neu auf, Haute Couture-Kleider kombinierte er mit Sportschuhen. Treu blieb er dem klassischen Cocktailkleid und dem rosa Kostüm.

Berühmt-berüchtigt sind seine Ironie und seine Lästerattacken. Die britische Sängerin Adele finde er zu rundlich, das Model Heidi Klum sei nicht top wie Claudia Schiffer oder Nadja Auermann, wie ihn die Zeitschriften die „Bunte“ und „Glamour“ zitieren. Er schimpft über dicke Muttis mit Chipstüte vorm Fernseher und mag das Gesicht von Pippa Middleton nicht. Sie solle sich nur von hinten zeigen, sagte er der Boulevardzeitung „The Sun“.

Schwarze Sonnenbrille, weißer Mozartzopf, steifer Vatermörderkragen und Ringe an jedem Finger: So kennt ihn fast jeder. Doch was für ein Mensch versteckt sich hinter dieser Montur?In seiner Folge der TV-Doku-Serie „Deutschland deine Künstler“ gestand er: „Zwischen mir und dem Rest der Welt steht eine Glaswand.“

dpa

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