Umbau zu Flüchtlingsheim

Kaserne in Osterode ist mit Gift belastet

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Osterode - Die als mögliche Flüchtlingsunterkunft vorgesehene Rommel-Kaserne in Osterode wird immer mehr zum Problemfall. Der Gebäudekomplex ist mit Giftstoffen wie Asbest, Glaswolle und dem krebserregenden PCB belastet – wie viele andere Bundeswehrgebäude aus den Sechzigerjahren.

Der Landkreis Osterode bestätigte, vom Käufer des Areals – der Firma Princess of Finkenwerder – über die Altlasten in den Gemäuern informiert worden zu sein. Das Unternehmen habe versichert, die Schadstoffe entfernen zu wollen.

Dies dürfte indes die Kosten für den Umbau der Kaserne zu einer Flüchtlingsunterkunft in die Höhe treiben. Einem NDR-Bericht zufolge könnte eine zweistellige Millionensumme nötig werden. Dagegen habe die Firma Princess of Finkenwerder in einem dem NDR vorliegenden Businessplan bislang lediglich 1,5 Millionen Euro Kosten veranschlagt. Möglichen Investoren verspricht das Unternehmen dafür immense Gewinne. In nur fünf Jahren könne die eingesetzte Summe verdoppelt werden.

Fundstellen der Altlasten seien Fußböden und Isolierungen an Dächern sowie Wänden. Der Landkreis Osterode teilte mit, viele Räume innerhalb der Kaserne seien deshalb im Moment nicht für einen Daueraufenthalt geeignet.

Die Bürgerinitiative „Für Osterode“ reagierte mit scharfer Kritik an der Princess of Finkenwerder. Man sei nicht mehr davon überzeugt, dass ein so intransparent agierendes Unternehmen ein geeigneter Vertragspartner des Landes Niedersachsen sein könne.

Die Kaserne wurde bundesweit bekannt, nachdem der Schauspieler Til Schweiger angekündigt hatte, in Osterode eine „Vorzeigeunterkunft für Flüchtlinge“ errichten zu wollen. Inzwischen hat er davon Abstand genommen und will sich zunächst über eine Stiftung in Osnabrück engagieren.

Von Paul Reimarund Ralf Heußinger

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