Bauarbeiten an Dom

Katholische Strahlkraft in Hildesheim

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Foto: Zum 1200-jährigen Jubiläum der Stadt und des Bistums Hildesheims soll der Dom in neuen Glanz erstrahlen.

Hildesheim - Rechtzeitig zum 1200-jährigen Jubiläum von Bistum und Stadt Hildesheim im Jahr 2015 soll der Dom in neuem Glanz erstrahlen. Die Wiedereröffnung der sanierten Bischofskirche ist für den 15. August 2014 geplant. Schaffen die Bauarbeiter den Endspurt?

Noch ist es die größte Kirchenbaustelle Deutschlands, schon bald aber soll der sanierte Hildesheimer Dom mit neuer Strahlkraft für den katholischen Glauben werben. Wenn die romanische Kathedrale in einem halben Jahr wieder ihre Tore öffnet, erwartet die Besucher ein heller, Licht durchfluteter Dom, der in einem positiven Kontrast steht zum vorherigen Zustand der zuletzt in den 50er Jahren sanierten Bischofskirche. 35,6 Millionen Euro fließen in die Modernisierung der markantesten Kirche des Bistums, das in den letzten Jahren wegen der schrumpfenden Zahl an Gläubigen bereits dutzende von Kirchen schließen musste.

Auch angesichts dieses schmerzlichen Strukturwandels sieht Bischof Norbert Trelle die Grundsanierung der Kirche als Hoffnungszeichen. „Setzen Sie ein Zeichen, ein Zeichen für den Dom“, schrieb er vor zwei Jahren mit der Bitte um eine Spende an 300.000 katholische Haushalte in dem drittgrößten deutschen Flächenbistum. Als zentrale Bischofskirche und Weltkulturerbe habe der Dom große Bedeutung für das ganze Bistum und darüber hinaus. Nun erstrahlt die Kirche in neuem Glanz, am 15. August ist die Eröffnung geplant, rechtzeitig vor dem 1200-jährigen Jubiläum von Bistum und Stadt im kommenden Jahr.

Geschäftiges Treiben von Handwerkern herrscht im Moment noch um und im Dom, Bistumssprecherin Petra Meschede aber ist sich sicher:„Wir sind im Zeitplan.“ Der Dom wird wieder an die ursprüngliche Architektur aus dem Mittelalter angepasst, unter anderem werden die berühmten Bernwardstüren weiter nach innen versetzt und Anbauten aus der Nachkriegszeit entfernt. Weitere Investitionen betreffen die elektrischen Leitungen und die Energieeffizienz, zudem wurde der Fußboden um vierzig Zentimeter auf das ursprüngliche Niveau abgesenkt. Das Dommuseum zieht in die angrenzende Antonius-Kirche und wird um Anbauten und neue Zugänge ergänzt.

Der Gründungsmythos des Hildesheimer Bistums besagt, dass Ludwig der Fromme bei einem Jagdausflug ein Marienamulett an einen Rosenstrauch gehängt habe. Das Amulett ließ sich später nicht mehr entfernen - für den Kaiser ein Wink Gottes, an der Stelle ein Bistum zu gründen und 815 eine Kapelle zu bauen. Fundamente dieser Kirche wurden nun bei den Sanierungsarbeiten entdeckt, ebenso wie Mauerreste einer Vorgängerkirche des heutigen Doms sowie eines aufgegebenen Kathedralenprojekts aus dem 11. Jahrhundert. Der erste Dom in Lage und Dimension der heutigen Kirche wurde 872 von Bischof Altfrid gebaut, später folgten Neubauten und Ergänzungen.

Vor allem die langwierigen Ausgrabungen und die Restaurierung von Kunstwerken ließen die mehrfach nach oben korrigierten Kosten für die Domsanierung in die Höhe schnellen. Mit viel Fantasie hat das Bistum daher um Spenden geworben - Domschokolade, Bauhelme, Regenschirme, Senf, Löffel und Seife wurden zugunsten des Bauprojekts verkauft.

dpa

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