Rätsel um Entführung

Kaum jemand kannte den Würth-Sohn

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Foto: Reste von Absperrbändern der Polizei liegenin einem Wald bei Kist (Bayern). In dem Waldstück wurde ein entführter 50-jähriger Mann aufgefunden.

Schlitz - Der Entführte ist wieder da, die Suche nach den Tätern läuft unter Hochdruck weiter. Ein Experte vermutet, dass Profis mit Insider-Wissen den Sohn des Unternehmers Würth entführten, denn kaum jemand wusste von dem Sohn des Milliardärs

Mit einer Sonderkommission sucht die Polizei nach der Entführung des Sohns von Milliardär Reinhold Würth nach den unbekannten Tätern. "Wir gehen allen Spuren am Ort des Verschwindens und des Auffindens nach", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Gießen am Freitag. Eine heiße Spur gebe es aber noch nicht.

Der 50 Jahre alte Sohn des Schraubenherstellers war am Mittwoch im osthessischen Schlitz entführt worden, wo er in einer Wohngemeinschaft für behinderte Menschen lebt. Er wurde schließlich am Donnerstagmorgen rund eine Stunde Autofahrt entfernt in einem Wald bei Würzburg gefunden - unversehrt. Zuvor war am Stammsitz des Unternehmens in Künzelsau bei Heilbronn eine Lösegeld-Forderung von drei Millionen Euro eingegangen. Zu einer Übergabe kam es aber nicht.

Der Geschäftsführende Direktor des Kieler Instituts für Krisenforschung, Frank Roselieb, vermutet, dass es sich bei den Tätern um Profis mit Insider-Kenntnissen gehandelt hat. Kaum Jemand habe von der Existenz des Würth-Sohns gewusst, sagte der Experte. Der Mann sei auch nicht auf der Straße gekidnappt, sondern aus einem Therapiezentrum entführt worden. Dies habe detailliert geplant werden müssen.

Die Entführung überschattet ein Musik-Open-Air und Sommerfest zum70. Firmenjubiläum am Wochenende. Die Veranstaltungen auf dem Betriebsgelände in Künzelsau finden aber wie geplant statt, wie eine Sprecherin am Freitag sagte. Der 80-jährige Unternehmenschef wird allerdings nicht daran teilnehmen. Zum Musikfestival am Freitagabend und Samstag werden laut einer Sprecherin rund 5600 Besucher erwartet, zum Jubiläumsfest am Sonntag bis zu 40.000 Menschen.

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